Augenzentren in Deutschland haben für 2024 insgesamt 37.713 refraktive Eingriffe gemeldet, so viele wie nie zuvor in der jährlichen Umfrage der Fachgesellschaften BDOC, BVA, DGII und DOG. Gegenüber 2023 ist das ein Plus von 33 Prozent, gegenüber 2019 fast eine Verdopplung. 29.740 Eingriffe waren Laserbehandlungen an der Hornhaut. Am stärksten gewachsen sind die Oberflächenverfahren ohne Flap, zu denen auch SmartSurfACE gehört: Sie haben sich seit 2019 mehr als verdreifacht.
Zur Einordnung: An der Umfrage beteiligen sich jedes Jahr nur ein Teil der Zentren, 2024 waren es 140, rund 15 Prozent. Alle Werte sind deshalb gemeldete Eingriffe der teilnehmenden Zentren. Die tatsächliche Zahl in Deutschland liegt höher, und weil der Kreis der Teilnehmer wechselt, zeigen Jahresvergleiche eine Richtung, keine exakte Marktgröße.
Augenlasern in Deutschland: die Kennzahlen
Gemeldete Eingriffe der an der Fachgesellschafts-Umfrage teilnehmenden Zentren
Quelle: Wenzel et al., Ophthalmo-Chirurgie 6/2025; Margarit et al., Life 2024
Die Entwicklung seit 2019
Seit 2019 schwankt die gemeldete Zahl deutlich, der Trend zeigt aber klar nach oben. Im ersten Pandemiejahr 2020 brach sie auf 13.667 ein, 2021 folgte mit 36.325 ein Nachholeffekt. Mit 37.713 Eingriffen markiert 2024 den höchsten Wert der Reihe.
Gemeldete refraktive Eingriffe 2019 bis 2024
Jährliche Umfrage der Fachgesellschaften. Die Zahl der teilnehmenden Zentren schwankt von Jahr zu Jahr, 2020 war das erste Pandemiejahr.
Auch weltweit wächst der Markt. Das Marktforschungsinstitut Market Scope zählte 2020 rund 3,6 Millionen refraktive Eingriffe und erwartete für 2025 etwa 5,8 Millionen.
Welche Methoden 2024 gewählt wurden
Welche Methoden 2024 gewählt wurden
Anteil an 37.713 gemeldeten refraktiven Eingriffen
Mehr als jeder dritte gemeldete Eingriff war eine LASIK mit Mikrokeratom. Dabei schneidet eine feine Klinge einen Deckel (Flap) in die Hornhaut. Bei der Femto-LASIK übernimmt ein Femtosekundenlaser diesen Schnitt. Zusammen arbeitet mehr als die Hälfte aller gemeldeten Eingriffe mit einem Flap. Wie sich das im Alltag auswirkt, zeigt unser Vergleich Trans-PRK vs. LASIK.
Verfahren vom SMILE-Typ kamen 2024 auf 444 gemeldete Eingriffe. 2019 waren es noch 3.413. Knapp 8.000 Eingriffe entfielen auf Linsen im Auge, also den refraktiven Linsentausch und die phake Linse. Die Abwägung beschreibt der Beitrag Augenlasern oder Linsenimplantat, die Schattenseiten des Linsentauschs der Artikel Refraktiver Linsentausch: Nachteile. Zum Vergleich: Die häufigste Augenoperation in Deutschland ist die Grauer Star OP mit bis zu 900.000 Eingriffen pro Jahr.
Oberflächenverfahren: mehr als verdreifacht seit 2019
2019 meldeten die Zentren 2.392 Oberflächenbehandlungen, das waren 12 Prozent aller Eingriffe. 2024 waren es 7.997 und damit 21 Prozent. Keine andere Methodengruppe ist in diesem Zeitraum so stark gewachsen.
Oberflächenbehandlungen ohne Flap: mehr als verdreifacht seit 2019
PRK, LASEK und Trans-PRK einschließlich SmartSurfACE, gemeldete Eingriffe pro Jahr
Zur Gruppe gehören die klassische PRK, die LASEK und die Trans-PRK. SmartSurfACE ist eine Weiterentwicklung der Trans-PRK: Der Laser trägt die oberste Hornhautschicht und die Fehlsichtigkeit in einem einzigen Schritt ab. Es gibt keinen Schnitt, keinen Flap, keinen Alkohol und kein Instrument, das das Auge berührt. Nach Angaben von SCHWIND wurden weltweit mehr als 900.000 TransPRK- und SmartSurfACE-Behandlungen durchgeführt.
Warum der Verzicht auf den Flap zählt
Ein Flap heilt nie wieder ganz fest ein, was vor allem für Kontaktsportler eine Rolle spielt. Ab wann nach der Behandlung wieder trainiert werden darf, zeigt der Beitrag Augenlasern und Sport. In einer Übersichtsarbeit mit 28.531 Augen nach Femto-LASIK traten flapbezogene Komplikationen wie eine diffuse lamelläre Keratitis bei 6,3 Prozent und ein Einwachsen von Epithel bei 2,1 Prozent der Augen auf. Bei einer Oberflächenbehandlung entfallen diese Risiken, weil es keinen Flap gibt. Schwerwiegende Komplikationen sind insgesamt selten: Eine Keratektasie, also eine Vorwölbung der Hornhaut, trat in einer Studie mit 30.167 Augen nach LASIK bei 0,033 Prozent auf. Eine ehrliche Übersicht aller Risiken bietet der Beitrag Wie sicher ist Augenlasern?, typische vorübergehende Beschwerden beschreibt der Artikel zu Nebenwirkungen beim Augenlasern. Außerdem bleibt mehr Hornhautgewebe erhalten, was die Methode für Menschen mit dünner Hornhaut interessant macht. Alles Weitere zur Behandlung ohne Hornhautlappen finden Sie dort.
Der Preis für den Verzicht auf den Flap ist eine längere Heilung der Oberfläche: Es dauert einige Tage, bis die Sicht alltagstauglich ist. Wie diese Tage verlaufen, beschreibt der Heilungsverlauf nach dem Augenlasern. Erfahrungen Tag für Tag schildert der Beitrag PRK Schmerzen: Erfahrungen Tag 1 bis 7.
Wie gut die Ergebnisse sind
Für SmartSurfACE liegen aktuelle Studien mit dem SCHWIND AMARIS 750S vor. In einer Auswertung von Margarit und Kollegen (Life, 2024) sahen 96 Prozent der behandelten Augen ohne Brille 20/20 oder besser, 98 Prozent mindestens 20/25. Kein Auge verlor zwei oder mehr Sehstufen. In einer zweiten Studie mit 92 Augen über zwölf Monate erreichten alle Augen 20/25 oder besser, 96 Prozent lagen innerhalb von 0,5 Dioptrien am Zielwert.
Eine Metaanalyse aus 17 Studien mit 5.686 Augen verglich die Trans-PRK mit LASIK und SMILE und fand bei Wirksamkeit und Vorhersagbarkeit keinen signifikanten Unterschied. Zur Zufriedenheit nach Laserkorrekturen insgesamt gibt es eine viel zitierte Auswertung der Weltliteratur: Von 2.198 Patientinnen und Patienten aus 19 Studien waren 95,4 Prozent zufrieden mit dem Ergebnis. Wie Aumedica Erfolg misst, erklärt der Beitrag zur Erfolgsquote beim Augenlasern. Wie dauerhaft das Ergebnis ist, lesen Sie unter Wie lange hält Augenlasern?, und auch die Kehrseite beleuchten wir im Beitrag Augen lasern: schlechte Erfahrungen, ehrlich betrachtet.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Sehschärfe 20/20 oder besser nach SmartSurfACE | 96 % |
| Sehschärfe 20/25 oder besser nach SmartSurfACE (12 Monate) | 100 % |
| Innerhalb von 0,5 Dioptrien am Zielwert | 96 % |
| Zufriedenheit nach Laserkorrektur (Weltliteratur) | 95,4 % |
| Keratektasie nach LASIK | 0,033 % |
Welche Werte sich behandeln lassen
Die Kommission Refraktive Chirurgie (KRC) legt für jedes Verfahren einen Anwendungsbereich und einen Grenzbereich fest. Für Oberflächenverfahren wie Trans-PRK und SmartSurfACE gilt eine Kurzsichtigkeit bis -6 Dioptrien als Anwendungsbereich, bis -8 Dioptrien als Grenzbereich. Hornhautverkrümmung lässt sich bis 5 Dioptrien im Anwendungsbereich korrigieren. Für alle Verfahren gelten ein Mindestalter von 18 Jahren und eine ausreichende Restdicke der Hornhaut. Welche Werte bei Ihnen vorliegen und ob sie im Behandlungsbereich liegen, zeigt die Voruntersuchung. Was dabei geprüft wird, erklärt der Beitrag zu den Voraussetzungen fürs Augenlasern.
Behandlungsbereiche nach KRC-Empfehlung
Kommission Refraktive Chirurgie, Stand Mai 2024. Im Grenzbereich ist eine besonders sorgfältige Prüfung nötig.
| Verfahren | Anwendungsbereich | Grenzbereich |
|---|---|---|
| PRK, LASEK, Trans-PRK (inkl. SmartSurfACE) | Kurzsichtigkeit bis -6 dpt, Astigmatismus bis 5 dpt | Kurzsichtigkeit bis -8 dpt, Astigmatismus bis 6 dpt, Weitsichtigkeit bis +3 dpt |
| LASIK, Femto-LASIK | Kurzsichtigkeit bis -8 dpt, Astigmatismus bis 5 dpt, Weitsichtigkeit bis +3 dpt | Kurzsichtigkeit bis -10 dpt, Astigmatismus bis 6 dpt, Weitsichtigkeit bis +4 dpt |
| SMILE | Kurzsichtigkeit -1 bis -8 dpt, Astigmatismus bis 5 dpt | Kurzsichtigkeit -8 bis -10 dpt |
| Für alle Verfahren | Mindestalter 18 Jahre | mindestens 250 µm Reststroma |
Quelle: KRC-Empfehlungen, Mai 2024
Was Augenlasern in Deutschland kostet
Die Preise unterscheiden sich stark. Die HUK-Coburg nennt in ihrem Ratgeber zur Laseroperation eine Spanne von etwa 800 bis 2.600 Euro pro Auge. Bei Aumedica kostet SmartSurfACE 1.800 Euro pro Auge im Festpreis, einschließlich Voruntersuchung, Eingriff, aller Nachkontrollen und Augentropfen. Die Details stehen auf der Seite Augenlaser Kosten. Was die Krankenkasse beim Augenlasern übernimmt, haben wir gesondert zusammengefasst. Die Ausgaben lassen sich oft steuerlich absetzen, und über eine Finanzierung lässt sich der Betrag verteilen.
Was die Zahlen für Ihre Entscheidung bedeuten
Den knapp 38.000 gemeldeten Eingriffen stehen 38,7 Millionen Menschen ab 16 Jahren gegenüber, die laut Allensbacher Brillenstudie 2024 eine Brille tragen. Die große Mehrheit korrigiert ihre Sehschwäche also weiter mit Brille oder Kontaktlinsen. Wie verbreitet Kurzsichtigkeit ist, zeigt der Beitrag Kurzsichtigkeit in Zahlen. Wer umsteigen möchte, sollte die Methode nach seinem Auge wählen, nicht nach ihrer Beliebtheit: Hornhautdicke, Dioptrien und Alltag entscheiden.
Bei Aumedica am Kölner Heumarkt setzen wir ausschließlich auf SmartSurfACE No-Touch. Der Laser arbeitet pro Auge rund 10 Sekunden, ein 6D-Eye-Tracker gleicht dabei jede Augenbewegung aus. Den Ablauf Schritt für Schritt beschreibt die Seite Augenlasern Ablauf. Ob Ihre Augen geeignet sind, klären wir in einem Beratungsgespräch in unserem Augenlaserzentrum in Köln.
Häufige Fragen
Wie viele Menschen lassen sich in Deutschland jährlich die Augen lasern?
Für 2024 meldeten die an der Fachgesellschafts-Umfrage teilnehmenden Zentren 37.713 refraktive Eingriffe, davon 29.740 Laserbehandlungen an der Hornhaut. Da nur rund 15 Prozent der Zentren teilnehmen, liegt die tatsächliche Zahl deutlich höher.
Welche Augenlaser-Methode ist in Deutschland am häufigsten?
Die LASIK mit Mikrokeratom führte 2024 mit 13.711 gemeldeten Eingriffen (36 Prozent). Es folgten Oberflächenverfahren ohne Flap mit 7.997 Eingriffen (21 Prozent) und die Femto-LASIK mit 7.588 Eingriffen (20 Prozent).
Welche Methode wächst am stärksten?
Die Oberflächenverfahren ohne Flap. Ihre Zahl stieg von 2.392 gemeldeten Eingriffen 2019 auf 7.997 im Jahr 2024 und hat sich damit mehr als verdreifacht. Ihr Anteil wuchs von 12 auf 21 Prozent.
Wie erfolgreich ist SmartSurfACE?
In einer Studie aus dem Jahr 2024 sahen 96 Prozent der Augen nach SmartSurfACE ohne Brille 20/20 oder besser. In einer zweiten Studie erreichten nach zwölf Monaten alle Augen mindestens 20/25.
Was kostet Augenlasern in Deutschland?
Üblich sind laut HUK-Coburg etwa 800 bis 2.600 Euro pro Auge. Bei Aumedica in Köln kostet SmartSurfACE 1.800 Euro pro Auge im Festpreis, einschließlich Voruntersuchung, Eingriff, Nachkontrollen und Augentropfen.
Quellen
- Wenzel et al.: Umfrage 2024/25, Ophthalmo-Chirurgie 6/2025
- Wenzel et al.: Umfrage 2023/24, Ophthalmo-Chirurgie 2024
- DGII, BVA, BDOC: Umfrageergebnisse 2019
- Margarit et al.: SmartSurfACE-Ergebnisse, Life 2024
- Margarit et al.: SmartSurfACE nach 12 Monaten, J Clin Med 2024
- Serfözö et al.: Trans-PRK vs. LASIK und SMILE, Metaanalyse 2026
- Solomon et al.: Patientenzufriedenheit nach LASIK, Ophthalmology 2009
- Butt et al.: Flap-Komplikationen nach Femto-LASIK, JCRS 2026
- Bohac et al.: Keratektasie nach LASIK, Semin Ophthalmol 2018
- KRC-Empfehlungen, Stand Mai 2024
- HUK-Coburg: Ratgeber Laseroperation
- Market Scope via Eyewire, 2021


