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Trans-PRK und LASIK teilen dasselbe Ziel: die dauerhafte Korrektur von Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung mit einem Excimer-Laser. Was sie trennt, ist der Zugang zur Hornhaut. Bei LASIK entsteht eine Hornhautlamelle, bei Trans-PRK nicht. Dieser Unterschied hat Konsequenzen für Heilungszeit, Schmerzlevel, Risikostruktur und Patienteneignung.
Trans-PRK ist die modernste Variante der oberflächenbasierten Laserkorrektur. Kein Alkohol, kein Skalpell, kein Instrument berührt das Auge. Der Laser entfernt das Epithel und korrigiert die Hornhaut in einem einzigen, berührungslosen Schritt. Bei Aumedica wird Trans-PRK unter dem Namen SmartSurface durchgeführt.
Was ist Trans-PRK? (Transepithelialer Eingriff ohne Klappe)
Trans-PRK steht für transepitheliale photorefraktive Keratektomie. „Transepithelial“ bedeutet: Der Laser durchdringt zunächst das Hornhautepithel – die äußerste Zellschicht – und korrigiert anschließend das darunterliegende Stroma, alles in einem kontinuierlichen Ablationsschritt.
Bei klassischer PRK und LASEK wird das Epithel vor dem Laser entfernt oder zur Seite geschoben. Trans-PRK macht diesen vorbereitenden Schritt überflüssig. Das Ergebnis ist eine glattere Hornhautoberfläche, weniger Gewebemanipulation und ein geringeres Infektionsrisiko.
Das Epithel wächst nach der Operation innerhalb von drei bis fünf Tagen vollständig nach. In dieser Phase schützt eine Verbandslinse die Hornhautoberfläche.
Was ist LASIK? (Mit Hornhautlamelle)
LASIK – Laser-In-Situ-Keratomileusis – erzeugt mit einem Femtosekundenlaser eine dünne Hornhautlamelle (Flap). Dieser Flap wird aufgeklappt, der Excimer-Laser korrigiert das darunter liegende Stroma, und der Flap wird anschließend repositioniert. Er haftet ohne Nähte.
Der Vorteil: Die Heilung verläuft sehr schnell, weil die Hornhautoberfläche durch den Flap geschützt bleibt. Viele Patienten sehen am Folgetag bereits deutlich besser. Der Nachteil: Der Flap ist dauerhaft eine strukturelle Unterbrechung im Hornhautgewebe.
Trans-PRK vs. LASIK – Tabellarischer Vergleich
Eingriffsmethode
Trans-PRK: Berührungsloser Einschritt-Laser, kein Flap, kein Instrument am Auge. Epithel wird vom Laser entfernt, Korrektur sofort anschließend.
LASIK: Zweistufiges Verfahren. Femtosekundenlaser erzeugt Flap, Excimer-Laser korrigiert Hornhaut, Flap wird zurückgelegt.
Eignung und Voraussetzungen
Trans-PRK eignet sich für Patienten mit dünner Hornhaut, für die LASIK nicht in Frage kommt, sowie für Personen, die einen körperlich aktiven Beruf ausüben oder Kampfsport betreiben. Auch bei ausgeprägter Trockenaugentendenz ist Trans-PRK verträglicher als LASIK.
LASIK eignet sich für Patienten mit ausreichend dicker Hornhaut und normalen Hornhautkurven. Die Mindestrestdicke nach Ablation liegt bei 480–500 Mikrometer. Eine vollständige Voruntersuchung entscheidet, ob die Voraussetzungen erfüllt sind. Alle Eignungsvoraussetzungen für Augenlasern hat Aumedica auf einer eigenen Seite zusammengefasst.
Heilungsverlauf
Trans-PRK: Erste drei bis fünf Tage mit Verbandslinse, eingeschränktes Sehen und erhöhte Lichtempfindlichkeit. Stabile Sehschärfe nach zwei bis drei Monaten. Volle Aktivität nach vier bis sechs Wochen.
LASIK: Bereits am nächsten Tag deutlich verbessertes Sehen. Volle Stabilisierung nach zwei bis vier Wochen. Rückkehr zu Bildschirmarbeit oft nach einem bis drei Tagen möglich.
Risikoprofil
Trans-PRK: Kein Flap-Risiko. Geringeres Risiko für trockene Augen, weil weniger Hornhautnerven betroffen sind. Höheres vorübergehendes Schmerzniveau in der Heilungsphase. Seltenes Risiko eines leichten Trübungsschleiers (Haze) bei sehr hohen Dioptrien, der mit Mitomycin-C-Tropfen weitgehend verhindert wird.
LASIK: Schnellste Erholung, geringste Schmerzen. Flap-spezifisches Risiko bleibt dauerhaft bestehen – mechanischer Druck oder Schlag auf das Auge kann den Flap auch Jahre nach der OP verschieben. Höheres Risiko für trockene Augen im Vergleich zu Trans-PRK.
Wann ist Trans-PRK die bessere Wahl?
Trans-PRK hat klare Vorteile in diesen Situationen:
Dünne Hornhaut: Wer die Hornhautdickenvoraussetzungen für LASIK nicht erfüllt, kann mit Trans-PRK häufig trotzdem behandelt werden. Da kein Flap nötig ist, bleibt mehr Gewebereserve erhalten.
Körperlich aktive Berufe: Kampfsportler, Polizeibeamte, Feuerwehrleute und Militärangehörige profitieren davon, dass bei Trans-PRK kein dauerhafter Flap entsteht. Ein Schlag oder Stoß auf das Auge trägt bei LASIK das Risiko einer Flap-Verschiebung. Bei Trans-PRK gibt es dieses Risiko nicht.
Trockene Augen: Trans-PRK durchtrennt weniger Hornhautnerven als LASIK. Patienten mit vorbestehender Trockenaugensymptomatik haben nach Trans-PRK seltener starke Beschwerden.
Wunsch nach berührungsloser Behandlung: Manche Patienten schätzen ausdrücklich, dass bei SmartSurface kein Instrument das Auge kontaktiert. Der gesamte Eingriff erfolgt durch den Laser.
Wann ist LASIK vorzuziehen?
LASIK ist die bevorzugte Methode, wenn schnelle Erholung wichtig ist. Wer nicht zwei bis drei Monate eingeschränktes Sehen in Kauf nehmen möchte oder beruflich schnell wieder fit sein muss, profitiert von der kurzen Heilungszeit nach LASIK.
Auch bei mittleren bis hohen Dioptrien über –6 dpt ist LASIK in bestimmten Fällen günstiger, weil die Wundheilungsreaktion im Stroma anders verläuft als bei Oberflächenkorrektur. Die genaue Empfehlung hängt von den individuellen Messwerten ab.
Welche Methode bietet Aumedica an?
Aumedica führt Trans-PRK unter dem Namen SmartSurface durch – als berührungsloses Einschritt-Verfahren mit dem Schwind Amaris-Laser. Zusätzlich steht Femto-LASIK für geeignete Patienten zur Verfügung. Details zu den eingesetzten Methoden finden sich auf den Seiten SmartSurface und LASIK Femto. Einen Gesamtüberblick aller Methoden bietet die Methoden-Seite bei Aumedica.
Die Methodenentscheidung wird nicht pauschal getroffen, sondern nach der Voruntersuchung – auf Basis von Hornhautdicke, Topographie, Pupillenweite, Trockenaugenstatus und Dioptrienstärke.
FAQ
Ist Trans-PRK schmerzloser als LASIK?
Nein. Trans-PRK ist in den ersten drei bis vier Tagen nach der Operation deutlich unangenehmer als LASIK. Das liegt am fehlenden Flap-Schutz: Die Hornhautoberfläche ist nach Trans-PRK offener und empfindlicher, bis das Epithel nachwächst. LASIK verursacht kaum Schmerzen, da der Flap die Oberfläche sofort wieder abdeckt.
Welche Methode hat bessere Sehschärfe-Ergebnisse?
Beide Methoden erreichen nach vollständiger Heilung vergleichbare Sehschärfe-Ergebnisse. Langzeitstudien zeigen keinen klinisch relevanten Unterschied in der erreichbaren Sehqualität. Der Unterschied liegt im Heilungsweg – Trans-PRK braucht länger, bis das Sehen vollständig stabil ist.
Kann man nach Trans-PRK noch einmal gelasert werden?
Nachkorrekturen nach Trans-PRK sind möglich, wenn noch ausreichend Hornhautgewebe vorhanden ist. Die Bedingungen sind dieselben wie nach LASIK. Da bei Trans-PRK kein Flap vorhanden ist, kann auch direkt wieder auf der Hornhautoberfläche korrigiert werden.
Wie lange dauert die Heilung nach Trans-PRK?
Das Epithel wächst innerhalb von drei bis fünf Tagen nach. In dieser Phase ist das Sehen eingeschränkt und die Lichtempfindlichkeit erhöht. Eine Verbandslinse schützt die Hornhaut. Stabile Sehschärfe ist nach zwei bis drei Monaten erreicht, bei manchen Patienten etwas früher. Körperlich anstrengende Aktivitäten sollten für vier bis sechs Wochen vermieden werden.

