Augenlaser Ablauf für Angstpatienten: Was Sie Schritt für Schritt erwartet

Inhaltsverzeichnis

Die meiste Angst vor einer Augenlaser-Behandlung entsteht aus Nichtwissen. Deshalb hier der vollständige Ablauf, ohne Auslassungen und mit den Stellen, die erfahrungsgemäß unangenehm sind. Der eigentliche Laservorgang dauert bei modernen Verfahren nur Sekunden pro Auge.

Ankunft und Vorbereitung, etwa 30 Minuten

Sie kommen ungeschminkt und ohne Parfum. Nach der Begrüßung werden noch einmal Ihre Daten und die geplante Behandlung durchgesprochen. Wenn Sie eine leichte Beruhigung vereinbart haben, bekommen Sie sie jetzt, damit sie bis zum Eingriff wirkt.

Anschließend werden betäubende Augentropfen gegeben. Sie brennen kurz, danach wird das Auge taub. Viele beschreiben diesen Moment als den Punkt, an dem die Anspannung nachlässt, weil spürbar wird, dass die Betäubung funktioniert.

Im Eingriffsraum, die ersten Minuten

Sie legen sich auf eine Liege, die unter das Lasergerät gefahren wird. Der Raum ist gedimmt. Über Ihnen sehen Sie das Gerät und ein Fixierlicht, auf das Sie schauen sollen.

Das behandelte Auge wird mit einem Lidhalter offengehalten. Das klingt unangenehmer, als es ist: Sie müssen sich nicht darauf konzentrieren, die Augen offen zu halten, und blinzeln ist ohnehin nicht möglich. Das zweite Auge wird abgedeckt. An dieser Stelle empfinden manche Menschen ein Beengtheitsgefühl. Sagen Sie es, wenn es Ihnen so geht.

Der Laservorgang: was genau passiert

Je nach Verfahren läuft dieser Teil etwas anders ab. Bei SmartSurfACE arbeitet der Laser rund zehn Sekunden pro Auge, berührungsfrei und ohne Schnitt. Bei der Femto-LASIK legt zunächst ein Femtosekundenlaser eine Trennebene an, was etwa 20 Sekunden dauert, danach folgt der Excimerlaser. Bei ReLEx SMILE arbeitet der Femtosekundenlaser rund 25 bis 30 Sekunden, anschließend wird das Gewebelentikel entnommen.

Was Sie wahrnehmen: ein rhythmisches Klackgeräusch, einen leichten Druck, bei einigen Verfahren einen kurzen Moment, in dem das Sehen grau wird. Manche bemerken einen Geruch, der an verbranntes Haar erinnert. Das ist normal und kommt durch das verdampfende Gewebe.

Was Sie nicht wahrnehmen: Schmerz. Und Sie sehen kein Instrument auf sich zukommen, weil das Sehen in dieser Phase ohnehin unscharf ist.

Das Eye-Tracking-System

Die häufigste Sorge lautet: Was passiert, wenn ich mich bewege? Ein Eye-Tracker verfolgt die Augenbewegung viele hundert Mal pro Sekunde und führt den Laserstrahl nach. Bei einer größeren Bewegung stoppt das System automatisch und setzt an derselben Stelle fort, sobald das Auge wieder in Position ist.

Praktisch heißt das: Sie können den Eingriff nicht durch eine unwillkürliche Bewegung ruinieren. Das ist technisch abgesichert und nicht bloß eine Beruhigungsformel.

Die ersten Minuten danach

Nach dem zweiten Auge ruhen Sie kurz, dann folgt eine Kontrolle an der Spaltlampe. Das Sehen ist verschwommen, wie durch Milchglas. Bei Oberflächenverfahren wird eine weiche Verbandlinse eingesetzt, die drei bis fünf Tage bleibt.

Etwa 20 bis 30 Minuten nach dem Eingriff lässt die Betäubung nach. Das ist die unangenehmste Phase: Brennen, Tränen, Lichtempfindlichkeit. Bei Femto-LASIK und SMILE dauert sie wenige Stunden, bei Oberflächenverfahren zwei bis drei Tage.

Die ersten 24 Stunden zuhause

Fahren Sie nicht selbst. Zuhause die Augen für einige Stunden geschlossen halten, im abgedunkelten Raum ruhen und den Tropfenplan einhalten. Nicht reiben, auch wenn der Reflex stark ist. Am Folgetag kommen Sie zur Kontrolle.

Die Geräusche und Gerüche, über die selten jemand spricht

Drei Wahrnehmungen überraschen fast alle, weil sie in kaum einer Aufklärung vorkommen. Wer sie vorher kennt, erschrickt im Moment nicht.

  • Das Klackgeräusch. Der Excimerlaser arbeitet in Impulsen und erzeugt dabei ein rhythmisches Klacken, ähnlich einem sehr schnellen Ticken. Es ist laut genug, um es deutlich zu hören.
  • Der Geruch. Beim Abtragen von Gewebe entsteht ein Geruch, den viele mit verbranntem Haar vergleichen. Er ist harmlos und verschwindet sofort nach dem Eingriff. Eine Absaugung reduziert ihn, ganz vermeidbar ist er nicht.
  • Das Grauwerden. Bei Verfahren mit Saugring wird das Sehen für einige Sekunden dunkel oder grau, weil der Druck auf das Auge kurzzeitig die Durchblutung verändert. Das ist der Moment, den ängstliche Menschen am häufigsten als bedrohlich schildern, obwohl er vollkommen normal ist und von selbst endet.

Der Unterschied zwischen den Verfahren an diesem Tag

Für die Angst ist weniger die Technik entscheidend als die Frage, wie viele Phasen es gibt und wie lange sie dauern.

Verfahren

Phasen im Laserraum

Danach

SmartSurfACE

eine Phase, rund 10 Sekunden Laser, keine Berührung, kein Saugring

2 bis 3 unangenehme Tage, Verbandlinse

Femto-LASIK

zwei Phasen: Flap mit Femtolaser, dann Excimerlaser

wenige Stunden unangenehm, am Folgetag meist gut

ReLEx SMILE

eine Laserphase plus Entnahme des Lentikels

1 bis 2 Tage, am Folgetag meist gut

 

Wer vor allem den Eingriff fürchtet, ist mit einem Verfahren gut beraten, das ohne Berührung und ohne Saugring auskommt. Wer die Tage danach fürchtet, ist mit einem Flap- oder Lentikelverfahren besser bedient. Welche Methode medizinisch überhaupt infrage kommt, entscheidet die Voruntersuchung.

Was Sie jederzeit tun dürfen

  • Stopp sagen. Der Laser wird unterbrochen und setzt an derselben Stelle fort.
  • Um eine Ansage jedes Schritts bitten. Zu wissen, was in den nächsten zehn Sekunden passiert, hilft mehr als jede allgemeine Beruhigung.
  • Eine Pause zwischen den beiden Augen verlangen.
  • Den Termin verschieben, wenn Sie an diesem Tag nicht so weit sind.

Kostenlose Erstberatung vereinbaren: 0221 29798663 oder info@aumedica.de  ·  Aumedica, Heumarkt 43, 50667 Köln

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Laser tatsächlich?

Bei SmartSurfACE rund zehn Sekunden pro Auge. Bei Femto-LASIK etwa 20 Sekunden für die Flap-Erstellung plus wenige Sekunden bis knapp eine Minute für die Korrektur. Bei ReLEx SMILE 25 bis 30 Sekunden. Im Laserraum verbringen Sie insgesamt meist unter 15 Minuten pro Auge.

Sehe ich, was gemacht wird?

Nein. Während des Eingriffs ist das Sehen unscharf und bei manchen Verfahren kurzzeitig grau. Sie sehen kein Instrument auf sich zukommen. Wahrnehmbar sind Licht, ein Klackgeräusch und ein leichter Druck.

Was passiert, wenn ich mich bewege?

Der Eye-Tracker führt den Laserstrahl nach. Bei einer größeren Bewegung stoppt das System automatisch und setzt an derselben Stelle fort, sobald das Auge wieder in Position ist. Ein Lidhalter verhindert zusätzlich das Blinzeln.

Bekomme ich eine Vollnarkose?

Nein. Refraktive Lasereingriffe erfolgen mit betäubenden Augentropfen. Eine Vollnarkose bringt eigene Risiken und ist medizinisch nicht nötig. Bei ausgeprägter Angst ist eine leichte orale Beruhigung möglich, bei der Sie ansprechbar bleiben.

Werden beide Augen am selben Tag behandelt?

In der Regel ja, nacheinander in einer Sitzung. Wenn Ihnen eine Aufteilung auf zwei Termine lieber ist, sprechen Sie das im Vorgespräch an.

Über den Autor

Dr. med. Harun Akgul

Autor

Dr. med. Harun Akgul

Augenlaserchirurgie · Solingen & Köln

Dr. med. Harun Akgül ist Facharzt für Augenheilkunde und Experte für Makula-, Netzhaut- und Tumorerkrankungen sowie refraktive Chirurgie. Sein Medizinstudium absolvierte er mit Auszeichnung an der Universität Heidelberg, ergänzt durch eine Weiterbildung an der Harvard Medical School. Die fachärztliche Ausbildung sowie seine oberärztliche Tätigkeit führte er an der Universitätsaugenklinik Essen unter der Leitung von Prof. Dr. Bornfeld und Prof. Dr. Steuhl durch. Für seine Verdienste in der ophthalmologischen Chirurgie wurde er 2010 mit dem Dr.-Georg-Preis ausgezeichnet. Seit 2010 ist Dr. Akgül in Köln niedergelassen, seit 2015 zusätzlich in Solingen.

Alle Artikel ansehen
Wir sind für dich da

Buch dir jetzt dein unverbindliches Beratungsgespräch