Klaustrophobie beim Augenlaser: Was Betroffene wirklich erwartet

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Nicht der Laser löst bei klaustrophoben Menschen die Reaktion aus, sondern das Gerät über dem Gesicht, der Lidhalter und das Gefühl, für einige Minuten nicht aufstehen zu können. Die gute Nachricht steckt in der Dauer: Die Phase, in der Sie unbeweglich unter dem Gerät liegen, umfasst bei modernen Verfahren wenige Minuten pro Auge.

Was genau das Beengtheitsgefühl auslöst

Meist ist es nicht ein einzelner Faktor, sondern eine Kombination aus vier Dingen.

  • Das Gerät über dem Gesicht. Der Laserkopf befindet sich nah über dem Auge. Der Abstand ist größer, als er sich anfühlt, aber das Sichtfeld wird dadurch eingeschränkt.
  • Der Lidhalter. Er hält das Lid offen, damit Sie nicht blinzeln. Viele empfinden ihn als das unangenehmste Element, obwohl er nicht schmerzt.
  • Das abgedeckte zweite Auge. Dadurch verlieren Sie die Orientierung im Raum, was das Gefühl von Enge verstärkt.
  • Die Bewegungsauflage. Sie sollen still liegen. Genau diese Aufforderung erzeugt bei klaustrophoben Menschen den Impuls, sich bewegen zu wollen.

Anders als bei einer MRT-Untersuchung sind Sie nicht von einer Röhre umschlossen. Der Raum bleibt offen, Sie können sprechen, und es ist jemand neben Ihnen. Wer seine Klaustrophobie aus dem MRT kennt, unterschätzt diesen Unterschied oft.

Wie lange dauert diese Phase wirklich?

Verfahren

Reine Laserzeit pro Auge

Zeit unter dem Gerät

SmartSurfACE

rund 10 Sekunden

wenige Minuten

Femto-LASIK

rund 20 Sekunden Flap plus Korrektur

wenige Minuten

ReLEx SMILE

rund 25 bis 30 Sekunden

wenige Minuten

 

Im gesamten Laserraum verbringen Sie meist unter 15 Minuten pro Auge, und den größten Teil davon liegen Sie ohne Gerät direkt über dem Gesicht. Wenn Sie sich eine Zahl merken wollen, dann diese: Die Sekunden, in denen wirklich nichts geht, sind zweistellig, nicht dreistellig.

Welche Maßnahmen helfen

  • Ansage jedes Schritts. Zu wissen, was in den nächsten zehn Sekunden passiert, ist bei Klaustrophobie wirksamer als jede allgemeine Beruhigung.
  • Ein vereinbartes Stoppzeichen. Allein die Möglichkeit reduziert den Druck, auch wenn sie nie genutzt wird.
  • Leichte orale Beruhigung. Bei Klaustrophobie besonders sinnvoll, weil sie den Bewegungsimpuls dämpft. Sie bleiben ansprechbar.
  • Eigene Musik über Kopfhörer, sofern bis in den Vorbereitungsraum erlaubt.
  • Zwerchfellatmung. Vier Sekunden ein, sechs Sekunden aus. Vorher üben, sonst funktioniert es im Moment nicht.
  • Behandlungsraum vorher ansehen. Wer den Raum kennt, erlebt ihn am Behandlungstag als vertraut statt als Überraschung.
  • Aufteilung auf zwei Termine. Ein Auge pro Termin halbiert die Belastung. Fragen Sie danach, wenn Sie unsicher sind.

Wann Klaustrophobie ein Ausschlussgrund ist

Selten. Ein Ausschlussgrund entsteht erst dann, wenn absehbar ist, dass Sie während des Eingriffs nicht ruhig liegen können, etwa bei wiederholten Panikattacken in vergleichbaren Situationen. In diesem Fall ist eine vorherige verhaltenstherapeutische Behandlung sinnvoll; spezifische Phobien sprechen darauf gut an und kommen oft mit wenigen Sitzungen aus.

Wichtig ist die Reihenfolge: erst sprechen, dann planen. Eine Klaustrophobie, die im Vorgespräch bekannt ist, lässt sich mit den oben genannten Maßnahmen fast immer auffangen. Eine, die am Behandlungstag zum ersten Mal auftaucht, führt im schlechtesten Fall zum Abbruch.

Kostenlose Erstberatung vereinbaren: 0221 29798663 oder info@aumedica.de  ·  Aumedica, Heumarkt 43, 50667 Köln

Häufige Fragen

Ist es beim Augenlasern so eng wie im MRT?

Nein. Sie liegen auf einer offenen Liege, nicht in einer Röhre. Über dem Auge befindet sich der Laserkopf, der Raum bleibt ansonsten offen. Sie können sprechen, und es ist durchgehend jemand neben Ihnen.

Kann ich zwischendurch eine Pause machen?

Ja. Vereinbaren Sie vorher ein Zeichen. Der Laser lässt sich unterbrechen und setzt an derselben Stelle fort. Auch eine Pause zwischen den beiden Augen ist möglich.

Kann ich beide Augen auf zwei Termine verteilen?

In den meisten Fällen ja. Das halbiert die Zeit unter dem Gerät pro Termin und ist bei Klaustrophobie eine sinnvolle Option. Besprechen Sie es im Vorgespräch.

Hilft eine Vollnarkose bei Klaustrophobie?

Refraktive Lasereingriffe werden nicht in Vollnarkose durchgeführt. Sie bringt eigene Risiken mit sich und ist hier medizinisch nicht erforderlich. Eine leichte orale Beruhigung ist die übliche und gut steuerbare Alternative.

Über den Autor

Dr. med. Harun Akgul

Autor

Dr. med. Harun Akgul

Augenlaserchirurgie · Solingen & Köln

Dr. med. Harun Akgül ist Facharzt für Augenheilkunde und Experte für Makula-, Netzhaut- und Tumorerkrankungen sowie refraktive Chirurgie. Sein Medizinstudium absolvierte er mit Auszeichnung an der Universität Heidelberg, ergänzt durch eine Weiterbildung an der Harvard Medical School. Die fachärztliche Ausbildung sowie seine oberärztliche Tätigkeit führte er an der Universitätsaugenklinik Essen unter der Leitung von Prof. Dr. Bornfeld und Prof. Dr. Steuhl durch. Für seine Verdienste in der ophthalmologischen Chirurgie wurde er 2010 mit dem Dr.-Georg-Preis ausgezeichnet. Seit 2010 ist Dr. Akgül in Köln niedergelassen, seit 2015 zusätzlich in Solingen.

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