Augenlaser trotz Panikattacken: Was möglich ist und was Sie vorbereiten sollten

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Panikattacken und der Wunsch nach Augenlaser-Korrektur schliessen sich nicht zwingend aus – aber sie erfordern eine besonders sorgfältige Vorbereitung. Dieser Artikel gibt Ihnen einen realistischen Überblick, was bei bekannter Panikstörung oder Panikattacken zu beachten ist, bevor Sie sich für Augenlasern entscheiden.

Was ist eine Panikattacke – und was bedeutet das im OP-Kontext?

Eine Panikattacke ist ein plötzliches, intensives Angst Ereignis mit körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Taubheitsgefühlen und dem Gefühl einer drohenden Katastrophe. Sie dauert in der Regel 10 bis 30 Minuten und klingt dann ab – ohne organische Ursache.

Im Kontext des Augenlaserns stellt sich die entscheidende Frage: Kann eine Panikattacke während des Eingriffs ausgelöst werden, und was passiert dann? Die ehrliche Antwort: Ja, es kann sein – aber mit der richtigen Vorbereitung ist das Risiko erheblich reduzierbar.

Wer darf Augenlasern trotz Panikstörung?

Es gibt keine pauschale Antwort. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) und der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) empfehlen eine individuelle Abklärung. Relevante Kriterien sind:

  • Häufigkeit der Panikattacken (sporadisch vs. mehrmals pro Woche)
  • Auslöser der Panikattacken (situations- oder interozeption gebunden?)
  • Behandlungsstatus (psychologische Therapie, Medikation)
  • Individuelle Angsttoleranz und bisherige medizinische Erfahrungen

Bei stabiler oder in Behandlung befindlicher Panikstoerang ist der Eingriff in aller Regel möglich. Bei akut destabilisierten Panikstörungen empfehlen Fachgesellschaften, zunächst die psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung zu priorisieren.

Vorbereitungsmaßnahmen für Panikpatienten

1. Ehrliches Vorgespräch

Sprechen Sie noch vor dem offiziellen Aufklärungsgespräch offen über Ihre Panikstörung. Ein erfahrenes Augenlaser-Team wird dies nicht als Hindernis, sondern als wichtige Information bewerten und das Behandlungsprotokoll anpassen.

2. Anxiolytika vorab besprechen

Bei Panikattacken kann ein Arzt vor dem Eingriff ein Benzodiazepam (z. B. Lorazepam) verschreiben. Dieses dämpft die Angstreaktion, ohne das Bewusstsein zu trüben. Es muss vorab besprochen und getestet werden, um individuelle Reaktionen abschätzen zu können. Mehr dazu unter Beruhigungsmittel beim Augenlasern.

3. Kognitive Vorbereitung

Viele Psychotherapeuten bieten spezifische Vorbereitungssitzungen für medizinische Eingriffe an. Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) helfen dabei, katastrophisierende Gedanken umzustrukturieren und den Ablauf mental zu proben. Die Wirksamkeit dieser Methode ist durch mehrere Studien belegt.

4. Kurz Eingriff als Überbrückung

Wenn die Haupt Angst auf der Dauer basiert, kann es hilfreich sein, sich die tatsächlichen Zeitspannen bewusst zu machen: Der Lesevorgang pro Auge dauert oft weniger als 3 Minuten. Eine Panikattacke lässt sich in vielen Fällen durch Atemtechniken überbrücken.

Was passiert, wenn Sie trotz Vorbereitung in Panik geraten?

Das Team einer erfahrenen Klinik hat Protokolle für genau diesen Fall. Bei ersten Zeichen einer Panikreaktion (Hyperventilation, Äußerungen von Kontrollverlust) wird der Eingriff unterbrochen. Das Lasergerät hat automatische Sicherheitsabschalter, die bei unkontrollierten Augenbewegungen reagieren. Es entsteht kein Schaden durch eine kurze Unterbrechung.

Ob der Eingriff danach fortgesetzt oder auf einen anderen Termin verschoben wird, entscheidet das Team gemeinsam mit Ihnen. Lesen Sie mehr dazu im Artikel zum Thema Angst vor dem Augenlasern.

Methode: SMILE als mögliche Alternative

Für Panikpatienten wird häufig SMILE empfohlen. SMILE kommt ohne Saugring-Phase im klassischen Sinne und ohne das Hochklappen eines Horn Hautlappens aus. Das Verfahren läuft leiser und strukturell einfacher ab – was viele als weniger bedrohlich empfinden. Die European Society of Cataract and Refractive Surgeons (ESCRS) stuft SMILE als bevorzugte Methode bei Patienten mit erhöhter Vagus Reizbarkeit ein.

Häufige Fragen zu Augenlaser und Panikattacken

Muss ich meine Panikstörung dem Arzt sagen?

Unbedingt. Das ist kein Stigma, sondern eine klinisch relevante Information. Sie schützen damit sich selbst und ermöglichen dem Team, sich angemessen auf Sie vorzubereiten.

Kann eine Panikattacke während des Lasers gefährlich sein?

Das Eye-Tracking-System stoppt den Laser automatisch bei Augenbewegungen. Eine Panikreaktion, die zur Bewegung führt, wird vom Gerät erkannt. Permanente Schaeden durch eine Panikreaktion sind bei sachgemäßem Equipment nicht dokumentiert.

Wie lange vor dem Eingriff sollte ich Anxiolytika einnehmen?

Das ist individuell und wird vom behandelnden Arzt festgelegt. In der Regel 30 bis 60 Minuten vor dem Eingriff, damit der Wirkstoff zur Zeit des Lasers im vollständigen Wirkspiegel ist.

Über den Autor

Dr. med. Harun Akgul

Autor

Dr. med. Harun Akgul

Augenlaserchirurgie · Solingen & Köln

Dr. med. Harun Akgül ist Facharzt für Augenheilkunde und Experte für Makula-, Netzhaut- und Tumorerkrankungen sowie refraktive Chirurgie. Sein Medizinstudium absolvierte er mit Auszeichnung an der Universität Heidelberg, ergänzt durch eine Weiterbildung an der Harvard Medical School. Die fachärztliche Ausbildung sowie seine oberärztliche Tätigkeit führte er an der Universitätsaugenklinik Essen unter der Leitung von Prof. Dr. Bornfeld und Prof. Dr. Steuhl durch. Für seine Verdienste in der ophthalmologischen Chirurgie wurde er 2010 mit dem Dr.-Georg-Preis ausgezeichnet. Seit 2010 ist Dr. Akgül in Köln niedergelassen, seit 2015 zusätzlich in Solingen.

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