Mit normalen Kontaktlinsen sollten Sie nicht schlafen. Im Schlaf bekommt die Hornhaut unter der Linse deutlich weniger Sauerstoff, und das Risiko für eine Hornhautentzündung steigt. Studien zeigen ein mehrfach höheres Infektionsrisiko, wenn Linsen über Nacht getragen werden. Wer einmal versehentlich mit Linsen einschläft, muss nicht in Panik geraten, sollte aber einige Regeln kennen.
Kann man mit Kontaktlinsen schlafen? Die kurze Antwort
Nur mit Linsen, die ausdrücklich für das Tragen über Nacht zugelassen und angepasst sind. Alle anderen Kontaktlinsen, also die meisten Tages-, Zwei-Wochen- und Monatslinsen, gehören vor dem Schlafen heraus. Das gilt auch für den Mittagsschlaf.
Was nachts mit Linsen im Auge passiert
Die Hornhaut hat keine eigenen Blutgefäße. Den Sauerstoff nimmt sie direkt aus der Luft und aus dem Tränenfilm auf. Tagsüber hilft der Lidschlag, frische Tränenflüssigkeit unter die Linse zu bringen. Im Schlaf sind die Augen geschlossen, die Sauerstoffversorgung sinkt ohnehin. Eine Linse darauf verstärkt diesen Mangel.
Die Hornhaut kann dann anschwellen, und ihre Schutzschicht wird anfälliger. Gleichzeitig sammeln sich Keime und Ablagerungen zwischen Linse und Auge, die über Stunden einwirken können. Am Morgen fühlen sich die Augen oft trocken an und die Linse klebt fest.
Die Risiken: Hornhautentzündung und Infektionen
Das größte Risiko ist die mikrobielle Keratitis, eine Entzündung der Hornhaut durch Bakterien, Pilze oder Akanthamöben. Sie beginnt mit Schmerzen und Rötung und kann im ungünstigen Fall Narben hinterlassen, die das Sehen dauerhaft verschlechtern. Mehr über diese Krankheitsbilder lesen Sie im Beitrag Erkrankungen der Hornhaut.
- Hornhautentzündung (Keratitis), das wichtigste Risiko
- Rote, gereizte und trockene Augen
- Einwachsen kleiner Blutgefäße in die Hornhaut bei häufigem Übernachttragen
- Linsen, die am Morgen am Auge festsitzen
Akanthamöben kommen vor allem in Wasser vor. Deshalb gilt zusätzlich: Linsen und Behälter nie mit Leitungswasser reinigen und nicht mit Linsen schwimmen oder duschen.
Kurz eingeschlafen: 1 oder 2 Stunden mit Linsen – was jetzt?
Ein kurzer Schlaf ist weniger riskant als eine ganze Nacht, aber nicht harmlos. So gehen Sie vor:
- Linse nicht trocken herausziehen. Erst einige Tropfen Benetzungslösung ins Auge geben und kurz blinzeln, bis sich die Linse bewegt.
- Linse vorsichtig entfernen und Tageslinsen entsorgen. Wiederverwendbare Linsen gründlich reinigen.
- Den Augen einige Stunden Pause geben, idealerweise bis zum nächsten Tag die Brille tragen.
- In den nächsten 24 Stunden auf Warnzeichen achten.
Ausnahmen: Nachtlinsen und Langzeitlinsen
Es gibt Linsen, die ausdrücklich für die Nacht gedacht sind. Langzeitlinsen aus besonders sauerstoffdurchlässigem Material sind für mehrere Tage und Nächte zugelassen. Nachtlinsen (Ortho-K) werden nur nachts getragen und formen die Hornhaut vorübergehend um, sodass man tagsüber ohne Sehhilfe auskommt. Beide Varianten gehören in die Hände eines Augenarztes oder Optometristen und brauchen regelmäßige Kontrollen. Auch hier bleibt ein Restrisiko für Infektionen.
Warnzeichen: Wann Sie zum Augenarzt sollten
Gehen Sie zeitnah zum Augenarzt, wenn nach einer Nacht mit Linsen eines dieser Zeichen auftritt:
- Schmerzen, die nach dem Herausnehmen der Linse nicht nachlassen
- Anhaltende, starke Rötung
- Lichtempfindlichkeit und tränende Augen
- Ein weißer oder grauer Fleck auf der Hornhaut
- Plötzlich schlechteres oder verschwommenes Sehen
Setzen Sie bis zur Untersuchung keine Linsen mehr ein und bringen Sie Linsen und Behälter mit.
Dauerhaft ohne Linsen: Augenlasern als Alternative
Wer abends oft vergisst, die Linsen herauszunehmen, oder spontan bei Freunden übernachtet, kennt das Problem. Eine Laserkorrektur beendet es dauerhaft. Bei Aumedica in Köln wird mit dem berührungslosen SmartSurfACE-Verfahren gelasert, ohne Schnitt und ohne Flap. Wie sich Linsen und Laser bei Sicherheit und Kosten unterscheiden, zeigt der Beitrag Augenlasern oder Kontaktlinsen.
Wichtig für die Planung: Vor der Voruntersuchung müssen Sie weiche Linsen mindestens eine Woche und formstabile Linsen mindestens zwei Wochen weglassen, damit die Hornhaut ihre natürliche Form hat. Alle weiteren Voraussetzungen haben wir zusammengefasst, die Preise finden Sie unter Augenlaser Kosten.
Häufige Fragen
Was soll ich tun, wenn ich mit Kontaktlinsen eingeschlafen bin?
Befeuchten Sie das Auge zuerst mit Benetzungstropfen und nehmen Sie die Linse dann vorsichtig heraus. Tragen Sie danach einige Stunden keine Linsen. Bei Schmerzen, starker Rötung oder schlechterem Sehen sollten Sie zeitnah zum Augenarzt.
Ist ein kurzer Mittagsschlaf mit Linsen gefährlich?
Ein kurzer Schlaf ist weniger riskant als eine ganze Nacht, erhöht aber trotzdem das Infektionsrisiko, weil die Hornhaut weniger Sauerstoff bekommt. Besser ist es, die Linsen vorher herauszunehmen.
Gibt es Kontaktlinsen, mit denen man schlafen darf?
Ja. Bestimmte Langzeitlinsen sind für das Tragen über Nacht zugelassen, und Nachtlinsen (Ortho-K) werden gezielt nachts getragen. Beide sollten nur nach Anpassung durch einen Augenarzt oder Optometristen genutzt werden.
Welche Symptome sind ein Warnzeichen?
Starke Schmerzen, anhaltende Rötung, Lichtempfindlichkeit, ein weißer Fleck auf der Hornhaut oder plötzlich schlechteres Sehen. Dann bitte nicht abwarten, sondern augenärztlich untersuchen lassen.
Wie lange muss ich vor dem Augenlasern auf Kontaktlinsen verzichten?
Weiche Linsen mindestens eine Woche, formstabile mindestens zwei Wochen vor der Voruntersuchung. Sonst ist die Hornhautform verändert und die Messwerte stimmen nicht.
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