Kurzsichtigkeit, medizinisch Myopie, bedeutet: Sie sehen in der Nähe scharf, in der Ferne dagegen unscharf. Meist ist der Augapfel etwas zu lang, sodass das Licht vor der Netzhaut gebündelt wird. Kurzsichtigkeit ist die häufigste Fehlsichtigkeit und lässt sich mit Brille, Kontaktlinsen oder einer Laserbehandlung korrigieren.
Was ist Kurzsichtigkeit? Einfach erklärt
Damit wir scharf sehen, muss das Auge einfallendes Licht genau auf der Netzhaut bündeln. Bei Kurzsichtigkeit liegt dieser Brennpunkt vor der Netzhaut. Fachleute unterscheiden zwei Formen: Bei der Achsenmyopie ist der Augapfel zu lang, das ist der häufigste Fall. Bei der Brechungsmyopie bricht die Hornhaut oder Linse das Licht zu stark.
Kurzsichtig oder weitsichtig? Der Unterschied
| Kurzsichtigkeit (Myopie) | Weitsichtigkeit (Hyperopie) | |
|---|---|---|
| Scharf sehen | in der Nähe | eher in der Ferne |
| Unscharf sehen | in der Ferne | in der Nähe, bei höheren Werten auch in der Ferne |
| Ursache meist | Augapfel zu lang | Augapfel zu kurz |
| Brillenwert | Minus (z. B. -2,5 dpt) | Plus (z. B. +1,5 dpt) |
Nicht zu verwechseln ist beides mit der Alterssichtigkeit. Sie entsteht ab etwa dem 45. Lebensjahr, weil die Augenlinse an Elastizität verliert. Mehr dazu unter Alterssichtigkeit (Presbyopie).
Symptome: Woran merkt man Kurzsichtigkeit?
- Straßenschilder, Tafeln oder Untertitel sind erst aus der Nähe lesbar
- Gesichter auf der anderen Straßenseite erscheinen unscharf
- Häufiges Zusammenkneifen der Augen beim Blick in die Ferne
- Müde Augen und Kopfschmerzen nach langem Fernsehen oder Autofahren
- Schlechtere Sicht bei Dämmerung und in der Nacht
Bei Kindern zeigt sich Kurzsichtigkeit oft dadurch, dass sie nah an den Fernseher rücken oder in der Schule die Tafel schlecht erkennen.
Ursachen: Augenlänge, Vererbung und Naharbeit
Kurzsichtigkeit entsteht meist im Kindes- und Jugendalter, während das Auge wächst. Eine wichtige Rolle spielt die Vererbung: Sind beide Eltern kurzsichtig, steigt das Risiko für die Kinder deutlich. Hinzu kommen Umweltfaktoren. Viel Naharbeit, etwa Lesen und Bildschirmnutzung, und wenig Zeit bei Tageslicht im Freien begünstigen die Entwicklung. Warum die Zahl der Kurzsichtigen weltweit steigt, beschreibt der Beitrag Myopie als Volkskrankheit.
Dioptrien verstehen: Was bedeuten -1, -3 oder -6?
Die Stärke der Kurzsichtigkeit wird in Dioptrien (dpt) angegeben und trägt ein Minuszeichen. Eine einfache Faustregel: Ohne Brille sehen Kurzsichtige nur bis zu einem bestimmten Abstand scharf, dem sogenannten Fernpunkt. Er liegt bei 1 geteilt durch den Dioptrienwert in Metern.
| Dioptrien | Scharf ohne Brille bis etwa | Einordnung |
|---|---|---|
| -1 dpt | 1 Meter | leicht |
| -3 dpt | 33 Zentimeter | leicht bis mittel |
| -6 dpt | 17 Zentimeter | hoch |
| -10 dpt | 10 Zentimeter | sehr hoch |
Ab etwa -6 Dioptrien spricht man von hoher Kurzsichtigkeit. Weil das Auge dann besonders lang ist, ist die Netzhaut stärker gedehnt. Regelmäßige Netzhautkontrollen beim Augenarzt sind deshalb sinnvoll, unabhängig davon, wie die Kurzsichtigkeit korrigiert wird. Wie die Dioptrien die Möglichkeiten beim Lasern bestimmen, lesen Sie unter Augenlasern und Dioptrien.
Kurzsichtigkeit bei Kindern
Bei Kindern nimmt die Kurzsichtigkeit oft bis ins junge Erwachsenenalter zu. Studien deuten darauf hin, dass ausreichend Zeit im Freien das Risiko senken kann. Für Kinder mit zunehmender Myopie gibt es spezielle Brillengläser, Kontaktlinsen oder Augentropfen, die das Fortschreiten verlangsamen sollen. Welche Option passt, entscheidet der Augenarzt. Eine Laserbehandlung kommt erst ab 18 Jahren und bei stabiler Sehstärke infrage.
Kann sich Kurzsichtigkeit verbessern?
Von selbst zurück geht eine Kurzsichtigkeit in der Regel nicht, weil sie meist auf der Länge des Augapfels beruht. Augentraining kann müde Augen entlasten, ändert daran aber nichts.
Ändert sich die Sehstärke plötzlich, in welche Richtung auch immer, sollte das augenärztlich abgeklärt werden. Ursachen können zum Beispiel ein schwankender Blutzucker oder eine beginnende Linsentrübung sein.
Behandlung: Brille, Kontaktlinsen oder Augenlasern
Eine Brille mit Minusgläsern ist die einfachste Korrektur. Kontaktlinsen bieten mehr Bewegungsfreiheit, etwa beim Sport. Wer dauerhaft ohne Sehhilfe leben möchte, kann sich die Kurzsichtigkeit lasern lassen. Bei Aumedica in Köln korrigiert das berührungslose SmartSurfACE-Verfahren Kurzsichtigkeit bis etwa -10 Dioptrien, auch in Kombination mit einer Hornhautverkrümmung. Alles zu Eignung, Ablauf und Kosten finden Sie auf der Seite Kurzsichtigkeit lasern. Einen Vergleich der Optionen bietet der Beitrag Augenlasern oder Kontaktlinsen.
Häufige Fragen
Ab wie viel Dioptrien ist man stark kurzsichtig?
Ab etwa -6 Dioptrien spricht man von hoher Kurzsichtigkeit. Werte bis etwa -3 Dioptrien gelten als leicht, dazwischen als mittelgradig.
Bedeutet kurzsichtig, dass man in der Ferne schlecht sieht?
Ja. Kurzsichtige sehen in der Nähe scharf und in der Ferne unscharf. Bei Weitsichtigkeit ist es umgekehrt.
Kann Kurzsichtigkeit von selbst besser werden?
In der Regel nicht. Plötzliche Veränderungen der Sehstärke haben oft andere Ursachen, etwa eine beginnende Linsentrübung oder Blutzuckerschwankungen, und sollten augenärztlich abgeklärt werden.
Ab welchem Alter ist Kurzsichtigkeit stabil?
Meist im frühen Erwachsenenalter. Für eine Laserkorrektur sollte die Sehstärke mindestens zwölf Monate stabil sein, das Mindestalter liegt bei 18 Jahren.
Hilft Augentraining gegen Kurzsichtigkeit?
Augentraining kann müde Augen entlasten, eine bestehende Kurzsichtigkeit aber nicht rückgängig machen, weil sie meist auf der Länge des Augapfels beruht.
Kann man Kurzsichtigkeit lasern?
Ja. Mit SmartSurfACE lässt sich Kurzsichtigkeit bis etwa -10 Dioptrien berührungslos korrigieren, sofern die Hornhaut dick genug ist. Das prüft die Voruntersuchung.
Eignung für eine Laserkorrektur prüfen
Ob Ihre Kurzsichtigkeit gelasert werden kann, zeigt der kostenlose Quick-Check bei Aumedica. Die Voruntersuchung buchen Sie online über Doctolib oder unter 0221 29798663. Die Voraussetzungen für das Augenlasern haben wir übersichtlich zusammengefasst.


