Augenlasern Dioptrien-Grenzen: Wie hoch kann man korrigieren?

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Eine Laserkorrektur des Auges ist nicht unbegrenzt möglich. Ab einem bestimmten Dioptrienwert reicht die Hornhautdicke nicht mehr aus, um sicher genug Gewebe abzutragen – ohne die strukturelle Integrität des Auges zu gefährden. Diese Grenzen sind nicht willkürlich, sondern basieren auf biomechanischen und optischen Gegebenheiten der Hornhaut. Wer die Grenzen kennt, kann realistisch einschätzen, ob und mit welchem Verfahren eine Laserkorrektur für ihn in Frage kommt.

Warum gibt es Dioptrien-Grenzen beim Augenlasern?

Jede Dioptrie Fehlsichtigkeit erfordert einen bestimmten Gewebeabtrag an der Hornhaut. Je höher die Fehlsichtigkeit, desto mehr Gewebe muss entfernt werden. Die Hornhaut hat eine begrenzte Dicke – in der Regel zwischen 500 und 560 Mikrometer. Nach der Operation muss eine Mindestrestdicke von 480 bis 500 Mikrometer erhalten bleiben, um das Risiko einer Hornhautektasie (Vorwölbung der Hornhaut) zu minimieren.

Hinzu kommt die optische Grenze: Bei sehr hohen Korrekturen nimmt die Vorhersagegenauigkeit des Ergebnisses ab. Der Ablationsalgorithmus muss mit größeren Korrekturen umgehen, was die Präzision leicht reduziert.

Dioptrien-Grenzen nach Verfahren

Femto-LASIK

Als Richtwerte für LASIK gelten:

  • Kurzsichtigkeit (Myopie): bis etwa –10 bis –12 Dioptrien
  • Weitsichtigkeit (Hyperopie): bis etwa +4 bis +6 Dioptrien
  • Astigmatismus: bis etwa 5 bis 6 Dioptrien

Diese Werte sind Orientierungsgrößen. Die tatsächliche Machbarkeit hängt entscheidend von der individuellen Hornhautdicke ab. Mehr zur Methode auf der Femto-LASIK-Seite von Aumedica.

Trans-PRK (SmartSurface)

Trans-PRK hat ähnliche Grenzen wie LASIK, mit leichten Unterschieden je nach Ausgangslage:

  • Kurzsichtigkeit: bis etwa –8 bis –10 Dioptrien
  • Weitsichtigkeit: bis etwa +4 bis +6 Dioptrien
  • Astigmatismus: bis etwa 5 bis 6 Dioptrien

Da bei Trans-PRK kein Flap erzeugt wird, bleibt etwas mehr Hornhautgewebe erhalten. Das kann bei Patienten mit dünner Hornhaut und moderaten Dioptrien einen entscheidenden Unterschied machen. Details zur Methode auf der SmartSurface-Seite.

SMILE

SMILE ist aktuell primär für Kurzsichtigkeit und leichten Astigmatismus zugelassen und etabliert:

  • Kurzsichtigkeit: bis etwa –10 Dioptrien
  • Astigmatismus: bis etwa 5 Dioptrien
  • Weitsichtigkeit: eingeschränkt verfügbar

Was ist bei der Kombination von Fehlsichtigkeiten zu beachten?

Viele Patienten haben gleichzeitig Kurzsichtigkeit und Astigmatismus. In diesem Fall addieren sich die notwendigen Korrekturen nicht einfach, aber der Gesamtabtrag ist größer als bei einem einzelnen Sehfehler. Ob eine kombinierte Korrektur möglich ist, zeigt die Topographie-Messung und Pachymetrie in der Voruntersuchung. Mehr zu den allgemeinen Eignungsvoraussetzungen für Augenlasern erklärt Aumedica auf einer eigenen Seite.

Welche Alternativen gibt es oberhalb der Laserkorrektur-Grenzen?

Wer die Dioptrien-Grenzen für Laserverfahren überschreitet oder eine zu dünne Hornhaut hat, muss nicht auf eine Sehkorrektur verzichten. Folgende Alternativen stehen zur Verfügung:

  • ICL (Implantable Collamer Lens): Eine Kunstlinse wird hinter der Iris implantiert. Geeignet für sehr hohe Dioptrien (bis –20 dpt Kurzsichtigkeit, bis +10 dpt Weitsichtigkeit). Die Hornhaut bleibt unberührt. Mehr dazu auf der Seite Augenlasern oder Linsenimplantat.
  • Refraktiver Linsenaustausch: Die natürliche Linse wird durch eine Kunstlinse ersetzt. Geeignet für ältere Patienten oder sehr hohe Fehlsichtigkeiten. Verhindert gleichzeitig die spätere Entwicklung eines grauen Stars.
  • Phake Intraokularlinsen: Kunstlinsen, die zusätzlich zur natürlichen Linse eingesetzt werden. Für spezifische Indikationen.

Kann der Arzt die Grenzen überschreiten?

Nein, nicht ohne erhebliche Risiken. Die Dioptrien-Grenzen existieren, weil jenseits dieser Werte das Risiko für Komplikationen – insbesondere Hornhautektasie – deutlich steigt. Ein seriöser Augenchirurg wird keinen Eingriff durchführen, der die biomechanische Sicherheitsmarge der Hornhaut unterschreitet. Wer zu hohe Dioptrien oder zu dünne Hornhaut hat, bekommt stattdessen eine ehrliche Empfehlung für eine geeignetere Alternative.

FAQ: Dioptrien und Augenlasern

Ich habe –8 Dioptrien – kann ich lasern lassen?

–8 Dioptrien liegen im Bereich, der mit Laserverfahren behandelbar ist – abhängig von der individuellen Hornhautdicke. Ob ein Eingriff möglich ist, zeigt ausschließlich die Voruntersuchung mit Topographie und Pachymetrie. Eine pauschale Aussage ohne Messwerte ist nicht möglich.

Was ist, wenn ich eine Grenze knapp überschreite?

Die Grenzen sind keine harten Abschneidepunkte, sondern Richtwerte. Entscheidend ist die individuelle Hornhautgeometrie. Bei 0,5 dpt über einem Richtwert kann ein Eingriff noch gut möglich sein; bei deutlich erhöhten Werten oder dünner Hornhaut nicht.

Ist die Ergebnisqualität bei hohen Dioptrien schlechter?

Bei hohen Korrekturen ist die Streuung der Ergebnisse etwas größer als bei niedrigen bis mittleren Fehlsichtigkeiten. Das bedeutet nicht, dass das Ergebnis schlecht sein muss – aber die Vorhersagegenauigkeit nimmt etwas ab. In solchen Fällen kann eine Nachkorrektur sinnvoller sein als ein zu ehrgeiziger Ersteingriff. Mehr zum Thema Nachkorrekturen nach dem Augenlasern.

Zählt der sphärische Äquivalent oder der tatsächliche Dioptrienwert?

Für die Planung wird der sphärische Äquivalent und die Kombination aus Sphäre und Zylinder berücksichtigt. Die Voruntersuchung erfasst alle relevanten Messwerte und berechnet den tatsächlichen Abtragsbedarf.

Fazit

Die Dioptrien-Grenzen sind da, um deine Augen zu schützen. Wenn du über den Grenzen bist, gibt es Alternativen.

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