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Nicht jede Hornhaut eignet sich für ein Verfahren mit Schnitt. Wenn die Hornhaut zu dünn ist, eine bestimmte Anatomie vorliegt oder der Patient kein Flap-basiertes Verfahren wünscht, kommen oberflächenbasierte Laserverfahren zum Einsatz. PRK, LASEK und das moderne SmartSurf-Verfahren (auch als No-Touch-Laser bezeichnet) gehören alle in diese Kategorie – sie unterscheiden sich aber deutlich in Technik, Behandlungskomfort und Heilungsverlauf. Einen vollständigen Überblick aller verfügbaren Augenlaser-Methoden inklusive LASIK und SMILE bietet Aumedica separat.
Was alle drei Verfahren gemeinsam haben
PRK, LASEK und SmartSurf sind sogenannte Oberflächenlaser-Verfahren. Alle drei behandeln die Hornhaut ohne die Anlage eines Hornhautflaps – es wird kein kreisförmiger Schnitt in die Hornhaut gelegt und kein Gewebe aufgeklappt wie bei LASIK oder SMILE. Die Fehlsichtigkeitskorrektur erfolgt direkt an der Hornhautoberfläche.
Diese gemeinsame Grundlage bringt einen entscheidenden Vorteil: Die biomechanische Stabilität der Hornhaut bleibt vollständig erhalten. Kein dauerhafter Flap bedeutet kein dauerhaftes Flap-Risiko – ein Aspekt, der besonders für körperlich aktive Menschen oder Kontaktsportler relevant ist. Alle drei Verfahren eignen sich für Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmungen innerhalb definierter Korrekturwerte.
PRK: Das älteste Oberflächenlaser-Verfahren
Die PRK (Photorefraktive Keratektomie) ist das älteste der drei Verfahren und verfügt über die längste klinische Dokumentation – mehr als 30 Jahre Langzeitdaten stehen zur Verfügung.
Ablauf der PRK
Bei der PRK wird die oberste Zellschicht der Hornhaut (das Epithel) mechanisch vollständig entfernt. Anschließend modelliert ein Excimer-Laser die darunter liegende Hornhautstroma, um die Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Das Epithel wächst innerhalb von drei bis fünf Tagen wieder nach.
In dieser Regenerationsphase wird eine schützende weiche Kontaktlinse auf die Hornhaut gelegt, die als Verband wirkt und den Heilungskomfort verbessert. Die ersten Tage nach der PRK sind mit Fremdkörpergefühl, Lichtempfindlichkeit und in manchen Fällen spürbaren Beschwerden verbunden.
Heilungsverlauf nach PRK
Die Sehschärfe verbessert sich nach PRK schrittweise über mehrere Wochen. Die vollständige Stabilisierung tritt in der Regel nach zwei bis drei Monaten ein. PRK hat die umfangreichste Langzeitdokumentation aller Laserverfahren – ihre Stabilität und Sicherheit sind wissenschaftlich gut belegt. Einen direkten Vergleich von PRK mit LASIK bietet die Seite PRK vs. LASIK.
LASEK: Eine Weiterentwicklung der PRK
Die LASEK (Laser-Assisted Sub-Epithelial Keratomileusis) wurde entwickelt, um den Heilungsprozess der PRK angenehmer zu gestalten.
Ablauf der LASEK
Bei der LASEK wird das Hornhautepithel nicht vollständig entfernt, sondern mit einer speziellen Alkohollösung gelockert und als zusammenhängende Schicht zur Seite geschoben. Nach der Laserbehandlung wird das Epithel wieder zurückgelegt. Die Idee: Die zurückgelegte Epithelschicht soll die Heilung beschleunigen und den Komfort verbessern.
Heilungsverlauf nach LASEK
In der Praxis ähnelt der Heilungsverlauf der LASEK sehr dem der PRK. Die zurückgelegte Epithelschicht wird vom Körper teilweise resorbiert oder abgestoßen, weshalb der Regenerationsprozess ähnlich lang dauert. LASEK wird heute seltener eingesetzt als früher – SmartSurf hat in vielen Kliniken die LASEK als moderatere Alternative abgelöst.
SmartSurf / No-Touch-Laser: Die vollständig laserbasierte Variante
SmartSurf – auch als No-Touch-Laser oder Trans-PRK (SmartSurface) bezeichnet – ist die modernste Weiterentwicklung der oberflächenbasierten Laserkorrektur. Der wesentliche Unterschied zu PRK und LASEK: Das Auge wird während des gesamten Eingriffs nicht mechanisch berührt.
Ablauf des SmartSurf-Verfahrens
Beim SmartSurf-Verfahren übernimmt der Excimer-Laser beide Schritte in einem einzigen, kontinuierlichen Vorgang: Er entfernt zunächst das Hornhautepithel und modelliert anschließend die darunter liegende Hornhautstroma. Kein Instrument berührt das Auge, kein manueller Schritt ist notwendig. Der gesamte Eingriff ist vollständig lasergesteuert und läuft in einem zusammenhängenden Ablauf.
Wie bei PRK und LASEK wird nach dem Eingriff eine schützende Kontaktlinse aufgelegt, die einige Tage verbleibt.
Technologische Besonderheiten
Moderne SmartSurf-Systeme arbeiten mit Eyetracking-Technologie, die jede Augenbewegung in Echtzeit erkennt und den Laserstrahl automatisch nachführt oder den Eingriff bei Abweichungen pausiert. Die computergestützte Steuerung des gesamten Ablaufs reduziert das Risiko von Unregelmäßigkeiten gegenüber manuellen Schritten.
Durch den Verzicht auf mechanische Instrumente berichten viele Patienten von einem angenehmeren Behandlungsgefühl als bei PRK und LASEK.
Heilungsverlauf nach SmartSurf
Der Heilungsverlauf nach SmartSurf ist grundsätzlich ähnlich wie nach PRK: Die Epithelregeneration dauert drei bis fünf Tage, die vollständige Stabilisierung der Sehschärfe zwei bis drei Monate. Viele Patienten berichten über einen subjektiv gleichmäßigeren und angenehmeren Heilungsverlauf als nach PRK. Detaillierte Informationen zum Heilungsverlauf nach dem Augenlasern bietet Aumedica auf einer eigenen Seite.
Direktvergleich: SmartSurf, PRK und LASEK
Behandlungsablauf im Vergleich
PRK erfordert manuelle Entfernung des Epithels – per Spatel oder Bürste. LASEK arbeitet mit Alkohollösung, um das Epithel zu lösen und umzuklappen. SmartSurf erledigt beides vollständig laserbasiert. Für die meisten Patienten ist SmartSurf das am wenigsten invasive Erlebnis der drei Varianten.
Heilungszeit im Vergleich
Alle drei Verfahren haben eine längere Heilungsphase als LASIK oder SMILE. Die ersten drei bis sieben Tage – bis zur vollständigen Epithelregeneration – sind bei allen Methoden ähnlich. Die vollständige Sehschärfe stabilisiert sich bei allen drei Verfahren innerhalb von zwei bis drei Monaten.
Schmerzen und Beschwerden im Vergleich
Die ersten Tage nach dem Eingriff sind bei PRK und LASEK erfahrungsgemäß mit den stärksten Beschwerden verbunden. SmartSurf-Patienten berichten in der Regel von einem etwas milderen Verlauf, was möglicherweise auf die gleichmäßigere Oberfläche durch die lasergestützte Epithelentfernung zurückzuführen ist. Was Patienten genau während und nach dem Eingriff spüren, erklärt Aumedica ausführlich. Schmerzmittel wie Ibuprofen und konsequente Tropfentherapie sind bei allen drei Verfahren in den ersten Tagen empfohlen.
Präzision und Sicherheit im Vergleich
Alle drei Verfahren gelten als sicher und sind in klinischen Studien gut dokumentiert. SmartSurf bietet durch die vollständig computergesteuerte Ablation eine reproduzierbare Präzision ohne manuelle Varianz. PRK und LASEK haben dagegen den Vorteil einer sehr langen Erfahrungsbasis und stabiler Langzeitergebnisse über mehrere Jahrzehnte.
Für wen eignet sich welches Verfahren?
Die Indikation für ein bestimmtes Oberflächenlaserverfahren hängt von mehreren Faktoren ab, die nur durch eine individuelle Voruntersuchung beurteilbar sind. Alle allgemeinen Eignungsvoraussetzungen für das Augenlasern gelten auch für oberflächenbasierte Verfahren.
PRK kommt häufig dann zum Einsatz, wenn eine sehr dünne Hornhaut oder spezifische anatomische Bedingungen vorliegen, die keine Alternativen zulassen, oder wenn maximale klinische Dokumentation gewünscht wird. LASEK ist als eigenständiges Verfahren heute weniger verbreitet und wird in vielen Kliniken durch SmartSurf ersetzt. SmartSurf ist besonders für Patienten geeignet, die ein berührungsfreies Verfahren bevorzugen, Bedenken gegenüber mechanischen Instrumenten haben oder aktiven Sport betreiben und dabei kein Flap-Risiko eingehen möchten.
Gemeinsamkeiten aller Oberflächenverfahren
Allen drei Verfahren gemeinsam ist die maximale Erhaltung der Hornhautintegrität ohne Flap, die Eignung bei dünnerer Hornhaut, die längere Heilungsphase gegenüber LASIK und SMILE sowie die Notwendigkeit einer schützenden therapeutischen Kontaktlinse in den ersten Tagen. Die Entscheidung zwischen SmartSurf, PRK und LASEK trifft der Augenarzt nach sorgfältiger Voruntersuchung.
FAQ: SmartSurf, PRK und LASEK
Welches Oberflächenlaser-Verfahren ist das sicherste?
Alle drei Verfahren sind sicher und klinisch dokumentiert. SmartSurf bietet den Vorteil der vollständigen Computersteuerung ohne manuelle Schritte. PRK hat die umfangreichste Langzeitdokumentation. Die Sicherheit hängt letztlich weniger vom Verfahren als von der sorgfältigen Patientenselektion und der Erfahrung der Klinik ab.
Unterscheidet sich das Endergebnis der drei Verfahren?
Nach vollständiger Heilung sind die Sehresultate aller drei Verfahren bei geeigneten Patienten vergleichbar. Die Unterschiede liegen im Ablauf, im Heilungskomfort und im Zeitraum bis zur stabilen Sehschärfe – nicht im Endresultat.
Warum ist die Heilungszeit länger als bei LASIK?
Bei LASIK und SMILE bleibt die Hornhautoberfläche (Epithel) intakt, weshalb die Erholung schneller verläuft. Bei Oberflächenverfahren muss das Epithel vollständig regenerieren – das dauert drei bis fünf Tage, bevor die Sehschärfe sich stärker verbessert. Den vollständigen Vergleich von Trans-PRK und LASIK erklärt die Seite Trans-PRK vs. LASIK.
Kann man nach SmartSurf schneller Sport treiben als nach PRK?
Grundsätzlich gelten ähnliche Einschränkungen: leichter Sport nach zwei Wochen, Kontaktsport nach vier bis sechs Wochen. Schwimmen und Wasserexposition sollten vier Wochen gemieden werden. SmartSurf hat gegenüber LASIK den Vorteil, dass kein Flap vorhanden ist, der durch mechanischen Druck beeinflusst werden könnte.
Welches Verfahren empfiehlt Aumedica?
Die Methode ergibt sich aus der Voruntersuchung, nicht aus einer pauschalen Empfehlung. Aumedica setzt das SmartSurf-Verfahren als modernes, berührungsfreies Oberflächenverfahren ein – die individuelle Eignung wird aber immer durch Hornhauttopographie, Pachymetrie und Refraktion individuell überprüft.

