Multifokale Kontaktlinsen vs Augenlasern: Was passt?

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Multifokale Kontaktlinsen sind eine reversible und flexible Lösung bei Alterssichtigkeit, während Augenlasern und Linsenimplantate dauerhafte Ergebnisse liefern. Für aktive Menschen ab 45 Jahren, die morgens ohne Griff zur Brille aufstehen möchten, lohnt sich der direkte Vergleich der drei Optionen. Multifokale Kontaktlinsen kosten in Deutschland monatlich zwischen 40 und 90 Euro. Eine Femto-LASIK liegt einmalig bei etwa 3.000 bis 4.000 Euro pro Auge. Refraktive Linsentausch-Verfahren beginnen bei rund 3.500 Euro pro Auge. Welche Wahl passt zu Ihrem Alltag, hängt von Sehr Bedürfnissen, Beruf, Budget und der individuellen Augen Situation ab.

Was sind multifokale Kontaktlinsen?

Multifokale Kontaktlinsen sind spezielle Kontaktlinsen mit mehreren Sehstärken in einer einzigen Linse. Sie ermöglichen scharfes Sehen in unterschiedlichen Entfernungen, ähnlich wie eine Gleitsicht ohne Brille es beim Brillenglas tut. Sie werden hauptsächlich zur Korrektur der Presbyopie eingesetzt, also der altersbedingten Verschlechterung des Ansehens ab etwa 45 Jahren.

Die Linsen sind als Tages-, Wochen- oder Monatslinsen erhältlich. Materialien reichen von weichen Hydrogel-Linsen bis zu formstabilen sauerstoffdurchlässigen Varianten. Die Auswahl trifft der Augenoptiker oder Kontaktlinsenspezialist nach einer detaillierten Anpassung.

Wie funktionieren multifokale Kontaktlinsen?

Multifokale Linsen arbeiten mit zwei Grundprinzipien:

  • Simultanes Sehen: Die Linse projiziert gleichzeitig ein scharfes Bild aus der Ferne und aus der Nähe auf die Netzhaut. Das Gehirn wählt aus, welches Bild gerade relevant ist. Dieses Prinzip erfordert eine Eingewöhnung von 2 bis 8 Wochen.
  • Alternierendes Sehen: Die Linse hat zwei getrennte Zonen. Beim Blick nach unten (etwa beim Lesen) rutscht der Nachteil vor die Pupille. Dieses Prinzip funktioniert meist bei formstabilen Linsen.

Innerhalb dieser Grundprinzipien gibt es verschiedene Designs: konzentrische Ringmuster, asphärische Profile oder segmentierte Aufteilungen. Jedes Design hat Stärken und Schwächen im Alltag. Ein erfahrener Anpasser wählt die passende Variante nach Pupillenweite, Lidschluss Verhalten und typischer Seh Anforderung.

Vorteile multifokaler Kontaktlinsen

  • Reversibel: Die Linsen können jederzeit weggelassen oder gewechselt werden.
  • Kein operativer Eingriff nötig.
  • Ideal zum Ausprobieren, ob ein Leben ohne Brille angenehm ist.
  • Geeignet bei mäßiger Alterssichtigkeit ab +1,0 bis +2,5 Dioptrien.
  • Kombination mit Fern- oder Kurzsichtigkeit möglich.
  • Kosmetisch unauffällig.

Nachteile multifokaler Kontaktlinsen

  • Kompromiss beim Sehen: Weder Ferne noch Nähe sind so scharf wie mit einer Einstärkenbrille.
  • Halos und Blendung bei Dämmerung, besonders beim Autofahren.
  • Eingewöhnung von mehreren Wochen erforderlich.
  • Regelmäßige Pflege, Reinigung und Aufbewahrung nötig.
  • Infektionsrisiko bei schlechter Hygiene.
  • Trockene Augen können durch das Linsen Tragen verstärkt werden.
  • Bei starker Presbyopie über +2,5 Dioptrien stoßen die Linsen an Grenzen.
  • Laufende Kosten von 500 bis 1.100 Euro pro Jahr.

Kosten von multifokalen Kontaktlinsen in Deutschland

Die Preise unterscheiden sich nach Linsentyp, Material und Trageintervall:

  • Tageslinsen: etwa 60 bis 90 Euro pro Monat, also 720 bis 1.080 Euro jährlich.
  • Monatslinsen: etwa 40 bis 70 Euro pro Monat, also 480 bis 840 Euro jährlich.
  • Formstabile Linsen: einmalig 300 bis 500 Euro pro Linse, dazu Reinigungsmittel und regelmäßige Kontrollen.
  • Anpassung: einmalig 80 bis 250 Euro, meist beim Augenoptiker oder Augenarzt.

Auf 10 Jahre gerechnet ergeben sich Kosten zwischen 5.000 und 11.000 Euro, ohne Ersatzbrillen oder Sonnenbrillen mit Sehstärke. Diese Rechnung ist eine wichtige Grundlage für den Vergleich mit einmaligen Eingriffen.

Augenlasern bei Alterssichtigkeit als Alternative

Für viele Menschen ist Augenlasern die bequemere und langfristig günstigere Wahl. Bei einer klassischen Femto-LASIK oder Trans-PRK wird die Hornhaut mit einem präzisen Excimer-Laser umgeformt. Bei reiner Kurz- oder Weitsichtigkeit ist das die Standardlösung. Für Alterssichtigkeit gibt es spezielle Konzepte:

  • PresbyLASIK: Die Hornhaut wird so umgeformt, dass mehrere Sehschärfen möglich werden. Voraussetzung ist eine gesunde Hornhaut ausreichender Dicke.
  • Monovision: Das dominante Auge wird für die Ferne, das andere für die Nähe optimiert. Das Gehirn wechselt automatisch zwischen den Augen. Eine Testphase mit Kontaktlinsen ist möglich.

Wer die Methode Monovision ausprobieren möchte, kann das gefahrlos mit Kontaktlinsen simulieren. Wird die Kombination gut vertragen, ist der Übergang zum dauerhaften Ergebnis per Laser oft der nächste logische Schritt.

Refraktiver Linsentausch: Die Dauerlösung bei Alterssichtigkeit

Bei mittlerer bis starker Alterssichtigkeit oder bei bereits beginnendem Grauen Star ist der refraktive Linsentausch (RLE) eine besonders elegante Lösung. Die eigene Linse wird durch eine multifokale Kunstlinse ersetzt. Nach dem Eingriff sehen die meisten Menschen im Alltag ohne Brille scharf. Die Kunstlinse trübt sich nicht mehr, ein späterer Grauer Star ist ausgeschlossen.

Der Ablauf ähnelt der klassischen Kataraktoperation. Der Eingriff dauert pro Auge etwa 15 bis 20 Minuten und wird ambulant durchgeführt. Die Kosten liegen zwischen 3.500 und 4.500 Euro pro Auge, abhängig vom gewählten Linsentyp.

Direkter Vergleich: Multifokale Kontaktlinsen, LASIK und RLE

Kriterium

Multifokale KL

Femto-LASIK / PresbyLASIK

Refraktiver Linsentausch

Umkehrbar

Ja

Nein

Nein

Einmalige Kosten (2 Augen)

Anpassung ab 160 EUR

ca. 4.500 bis 7.000 EUR

ca. 7.000 bis 9.000 EUR

Jährliche Folgekosten

500 bis 1.100 EUR

keine

keine

Kosten auf 10 Jahre

5.000 bis 11.000 EUR

einmalig

einmalig

Ausfallzeit

keine

1 bis 5 Tage

5 bis 14 Tage

Grauer Star später möglich

Ja

Ja

Nein

Für starke Presbyopie geeignet

eingeschränkt

eingeschränkt

sehr gut

Halos in der Dämmerung

häufig

moderat

moderat

Hygiene- und Pflegeaufwand

täglich

keiner

keiner

Infektionsrisiko im Alltag

erhöht

gering

gering

 

Für wen sind multifokale Kontaktlinsen geeignet?

Multifokale Kontaktlinsen sind eine gute Wahl für:

  • Menschen, die eine reversible Lösung wünschen.
  • Anfänger, die zunächst ein blasenfreies Leben testen möchten.
  • Sportlich aktive Personen mit gelegentlichem Bedarf.
  • Patientinnen und Patienten mit mäßiger Presbyopie und guter Tränen Qualität.
  • Menschen, die eine Operation aus persönlichen Gründen ausschließen.

Weniger geeignet sind sie für Menschen mit chronisch trockenen Augen, häufigen Bindehautentzündungen, sehr starker Presbyopie oder für Berufe mit hohen Anforderungen an das Nachtsehen wie Berufskraftfahrer.

Wann lohnt sich Augenlasern oder ein Linsentausch mehr?

Augenlasern und der refraktive Linsentausch lohnen sich, wenn Sie langfristig ohne Brille und ohne Pflegeaufwand leben möchten. Auch die Rechnung auf 10 Jahre spricht oft für den einmaligen Eingriff. Wer sich unsicher ist, findet in unserer Übersicht zu Augenlasern oder Linsenimplantat eine detaillierte Entscheidungshilfe. In einer persönlichen Voruntersuchung prüfen wir Hornhautdicke, Pupillenweite, Trockenheit und Linsenklarheit und schlagen die passende Methode vor.

Erfahrungsberichte: Was Träger multifokaler Kontaktlinsen berichten

In Beratungsgesprächen hören wir immer wieder ähnliche Rückmeldungen von Menschen, die multifokale Kontaktlinsen ausprobiert haben. Die Reaktionen fallen sehr unterschiedlich aus:

  • Positive Berichte: Viele schätzen die Flexibilität, keine Brille tragen zu müssen, und die schnelle Umstellung im Alltag.
  • Zufriedene Nutzer betonen, dass sie beim Sport, beim Schwimmen mit Schutzbrille oder auf Reisen unabhängiger sind.
  • Kritische Rückmeldungen betreffen häufig das Sehen bei Dämmerung und die täglichen Pflegeschritte.
  • Ein Teil der Nutzer wechselt nach 1 bis 3 Jahren zu einer chirurgischen Lösung, weil der Kompromiss beim Sehen langfristig als unbefriedigend empfunden wird.

Diese Erfahrungen decken sich mit klinischen Studien: Rund 30 bis 40 Prozent der Nutzer sind langfristig zufrieden, weitere 30 Prozent nutzen die Linsen nur gelegentlich als Ergänzung zur Brille, und rund 30 Prozent wechseln zu Alternativen. Wer eine solche Wahl treffen möchte, sollte eine ehrliche Beratung mit realistischen Erwartungen einholen.

Häufig gestellte Fragen zu multifokalen Kontaktlinsen

Wie lange dauert die Eingewöhnung an multifokale Kontaktlinsen?

Die meisten Menschen brauchen 2 bis 8 Wochen, um sich an das simultane Sehen zu gewöhnen. In den ersten Tagen wirkt das Sehen leicht verschwommen oder unscharf. Das Gehirn lernt schrittweise, das jeweils passende Bild auszuwählen. Wer nach 8 Wochen keine Besserung merkt, sollte ein anderes Linsendesign testen.

Kann ich mit multifokalen Kontaktlinsen Auto fahren?

Bei Tageslicht ist das meist problemlos möglich. Bei Dämmerung oder Nachtfahrten kommt es häufig zu Halos, Blendung und Kontrastverlust. Wer viel nachts fährt, sollte alternative Konzepte wie Monovision oder eine chirurgische Lösung prüfen.

Sind multifokale Tageslinsen oder Monatslinsen besser?

Tageslinsen sind hygienischer und praktischer für Menschen mit trockenen Augen oder unregelmäßigem Tragen Bedarf. Monatslinsen sind günstiger und meist in einer größeren Sortenvielfalt verfügbar. Die Wahl hängt von Alltag, Budget und Verträglichkeit ab.

Was kosten multifokale Kontaktlinsen pro Monat?

Monatslinsen liegen bei 40 bis 70 Euro monatlich, Tageslinsen bei 60 bis 90 Euro. Dazu kommen Pflegemittel und regelmäßige Kontrollen. Auf 10 Jahre summieren sich die Kosten auf 5.000 bis 11.000 Euro.

Kann man multifokale Kontaktlinsen mit einer Brille kombinieren?

Ja. Viele Menschen tragen die Linsen tagsüber und greifen abends zur leichten Lesebrille. Auch eine Sonnenbrille ohne Stärke ist möglich. Diese Flexibilität ist einer der Hauptvorteile.

Ab welchem Alter lohnen sich multifokale Kontaktlinsen?

Die typische Zielgruppe ist zwischen 45 und 65 Jahren. Ab etwa 45 tritt Presbyopie auf, ab 65 wird meist ein Linsentausch attraktiver, weil der Graue Star häufig beginnt.

Erhöhen multifokale Kontaktlinsen das Risiko für trockene Augen?

Ja, das Tragen kann trockene Augen verstärken. Wer bereits Beschwerden hat, sollte vor dem Wechsel zu Kontaktlinsen eine ausführliche Trockenheit Diagnostik durchführen lassen. Bei starker Sicca-Symptomatik ist eine chirurgische Lösung oft besser verträglich.

Fazit: Testen Sie Ihre Optionen, bevor Sie sich entscheiden

Multifokale Kontaktlinsen sind ein guter Einstieg in die Welt ohne Brille, aber selten die endgültige Lösung. Wer den Pflegeaufwand, die laufenden Kosten und die Sehkompromisse leid ist, findet in modernen Laser- und Linsenverfahren nachhaltige Alternativen. Bei Aumedica in Köln beraten wir Sie individuell und ehrlich, welche Methode zu Ihrem Alltag passt. Vereinbaren Sie ein persönliches Beratungsgespräch für Augen lasern in Köln und lernen Sie alle Optionen im Detail kennen.

Über den Autor

Dr. med. Kadir Kocadag

Autor

Dr. med. Kadir Kocadag

Augenlaserchirurgie · Solingen & Köln

Dr. med. K. Kocadag ist Facharzt für Augenheilkunde und Experte für moderne Augenlaserchirurgie. Sein Medizinstudium absolvierte er an der Universität Duisburg-Essen, die fachärztliche Ausbildung an der Universitätsaugenklinik Essen. Seine Schwerpunkte liegen in der Behandlung von Makula- und Netzhauterkrankungen sowie in der refraktiven Chirurgie.

Seit 2015 ist Dr. Kocadag in Solingen und Köln niedergelassen und zudem als Konsiliararzt im Städtischen Klinikum Solingen tätig.

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