Medikamente nach dem Augenlasern – Augentropfen, Schmerzmittel und mehr

Inhaltsverzeichnis

Nach dem Augenlasern wird die Nachsorge nicht dem Zufall überlassen. Ein gezielter Einsatz von Augentropfen und – je nach Methode – kurzzeitig auch Schmerzmitteln gehört zum Standardprotokoll. Dieser Beitrag erklärt, welche Medikamente nach dem Eingriff eingesetzt werden, was sie bewirken und worauf Patienten bei der Anwendung achten sollten.

Warum sind Augentropfen nach dem Augenlasern notwendig?

Das Augenlasern greift in die Struktur der Hornhaut ein. Nach dem Eingriff muss das Hornhautgewebe heilen – und dieser Prozess läuft nicht von selbst optimal. Augentropfen erfüllen mehrere Aufgaben gleichzeitig:

Sie schützen vor Infektionen, während die Hornhaut noch nicht vollständig regeneriert ist. Sie dämpfen Entzündungsreaktionen, die den Heilungsprozess stören könnten. Und sie halten die Augenoberfläche feucht, weil die Hornhautnervenfasern nach dem Eingriff vorübergehend weniger empfindlich sind und das Auge dadurch weniger Tränenflüssigkeit produziert.

Die genaue Zusammensetzung des Tropfenschemas wird von der behandelnden Klinik festgelegt und ist je nach Methode und individuellem Heilungsverlauf unterschiedlich. Einen allgemeinen Überblick zu allen verwendeten Medikamenten nach dem Augenlasern finden Sie in unserem Ratgeber.

Die wichtigsten Tropfenarten in der Nachsorge

Antibiotische Augentropfen

Direkt nach dem Eingriff werden in der Regel antibiotische Augentropfen verordnet. Sie dienen der Infektionsprophylaxe und werden typischerweise über die ersten Tage nach der Operation angewendet – meist viermal täglich.

Nach LASIK ist die Hornhautoberfläche durch den Flap geschützt, dennoch ist kurzfristiger Antibiotikaschutz Standard. Nach Trans-PRK, bei der die Hornhautoberfläche offenliegt, ist die Prophylaxe besonders wichtig.

Kortikosteroid-Augentropfen (entzündungshemmend)

Steroidal wirkende Augentropfen reduzieren die Entzündungsreaktion der Hornhaut nach dem Eingriff. Sie werden in der Regel für mehrere Wochen verwendet, wobei die Dosierung im Verlauf reduziert wird.

Nach Trans-PRK spielen Steroidtropfen eine besonders wichtige Rolle: Sie helfen, das Haze-Risiko zu senken, also die Trübung der Hornhaut durch überschießende Narbenbildung. Die Anwendungsdauer nach Trans-PRK kann deutlich länger sein als nach LASIK – teilweise über Monate.

Künstliche Tränen (befeuchtende Augentropfen)

Trockene Augen sind nach dem Augenlasern weit verbreitet. Die Hornhautnerven, die für die Regulierung der Tränendrüsenaktivität mitverantwortlich sind, werden beim Lasereingriff vorübergehend unterbrochen. Das führt dazu, dass das Auge für einige Wochen oder Monate weniger spontan Tränenflüssigkeit produziert. Ausführliche Informationen dazu bietet der Ratgeber zu Trockenheit nach dem Augenlasern.

Künstliche Tränen – befeuchtende Augentropfen ohne Wirkstoffe – lindern das Trockenheitsgefühl, schützen die Hornhautoberfläche und unterstützen die Heilung. Sie können nach Bedarf und ohne zeitliche Beschränkung angewendet werden, solange das Trockenheitsgefühl anhält.

Für die Nachsorge eignen sich Präparate ohne Konservierungsmittel, da diese die Augenoberfläche weniger reizen. Einzel-Dosis-Pipetten sind eine praktische Option.

Den vollständigen Heilungsverlauf und den typischen Zeitplan für die Tropfenanwendung erklärt die Aumedica-Seite zum Heilungsverlauf nach Augenlasern.

Schmerzmittel nach dem Augenlasern

Wann sind Schmerzmittel überhaupt nötig?

Nach LASIK sind Schmerzen ungewöhnlich. Das häufigste Empfinden in den ersten Stunden ist ein Fremdkörpergefühl, leichtes Brennen oder Lichtempfindlichkeit – aber keine ausgeprägten Schmerzen. Viele Patienten kommen nach LASIK ohne jegliche Schmerzmittel aus.

Nach Trans-PRK ist das anders. Da die Hornhautoberfläche vollständig entfernt wird und sich in den ersten Tagen neu bildet, ist das Schmerzempfinden in den ersten 24–72 Stunden teils deutlich stärker. Gelegentlich beschreiben Patienten ein starkes Brennen oder Stechen, das durch Licht verstärkt wird. Mehr dazu erklärt der Beitrag Schmerzen nach dem Augenlasern.

Welche Schmerzmittel sind erlaubt?

In der Regel empfehlen Kliniken Paracetamol oder Ibuprofen für die Schmerzlinderung nach dem Eingriff. Beide sind rezeptfrei erhältlich und gut verträglich, wenn die angegebene Dosierung eingehalten wird.

Aspirin (Acetylsalicylsäure) sollte nach dem Augenlasern vermieden werden, da es die Blutgerinnung beeinflusst und das Risiko von Einblutungen erhöhen kann.

Wichtig: Schmerzmitteltropfen (topische Analgetika für das Auge) werden von einigen Kliniken für die ersten Stunden nach Trans-PRK verordnet – jedoch nicht zur Daueranwendung. Diese Tropfen können bei übermäßigem Gebrauch die Heilung der Hornhautoberfläche verzögern. Sie sind ausschließlich nach ärztlicher Anweisung einzusetzen.

Die Bandagekontaktlinse nach Trans-PRK

Nach Trans-PRK wird unmittelbar nach dem Eingriff eine spezielle Verbandskontaktlinse auf das Auge aufgelegt. Diese Linse hat keine optische Korrekturwirkung – sie schützt die frische Hornhautoberfläche mechanisch und reduziert das Schmerzempfinden erheblich.

Die Bandagekontaktlinse verbleibt in der Regel drei bis fünf Tage auf dem Auge und wird beim ersten Kontrolltermin von der Klinik entfernt. Sie sollte keinesfalls selbst herausgenommen werden.

Wichtige Regeln bei der Tropfenanwendung

Ein paar praktische Hinweise, die den Behandlungserfolg unterstützen:

Tropfenabstand einhalten: Werden mehrere verschiedene Augentropfen angewendet, sollte zwischen den einzelnen Tropfen ein Abstand von mindestens fünf Minuten liegen. Das verhindert, dass ein Präparat das andere auswäscht.

Hygiene beachten: Die Tropfenflasche sollte nicht die Augenoberfläche oder die Wimpern berühren. Nach der Anwendung Deckel sofort wieder verschließen.

Keine Eigeninitiative bei Präparaten: Andere Augentropfen – auch solche aus der Apotheke – sollten nicht ohne Rücksprache mit der Klinik verwendet werden. Manche Inhaltsstoffe können die Wirkung der verordneten Tropfen beeinflussen.

Aufbewahrung: Viele Augentropfen müssen im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb weniger Wochen nach Öffnung verbraucht werden. Hinweise auf der Verpackung beachten.

Den genauen Ablauf des Eingriffs bei Aumedica erklärt die Seite zum Augenlasern-Ablauf.

Was passiert, wenn man Tropfen vergisst?

Eine vergessene Einzeldosis ist in der Regel kein Problem – einfach beim nächsten geplanten Zeitpunkt weitermachen, ohne die Dosis zu verdoppeln. Bei längeren Pausen oder Unsicherheiten empfiehlt sich eine kurze Rückfrage bei der behandelnden Klinik.

Das Tropfenschema sollte in den ersten Wochen konsequent eingehalten werden, weil die entzündungshemmenden und antibiotischen Tropfen genau in der kritischen Heilungsphase wirken. Unregelmäßige Anwendung kann das Heilungsergebnis beeinflussen.

Alle allgemeinen Verhaltensregeln nach dem Eingriff finden Sie im Beitrag Was darf man nach dem Augenlasern nicht tun?.

FAQ

Wie lange muss man nach dem Augenlasern Augentropfen nehmen?

Das hängt von der Methode und dem individuellen Heilungsverlauf ab. Antibiotische Tropfen werden meist nur für wenige Tage verwendet. Entzündungshemmende Steroidtropfen werden in der Regel über mehrere Wochen angewendet, nach Trans-PRK oft länger als nach LASIK. Befeuchtende Augentropfen können bei Bedarf über Monate weitergeführt werden.

Welche Augentropfen nach dem Augenlasern sind am wichtigsten?

In der akuten Phase sind antibiotische und entzündungshemmende Tropfen entscheidend. Langfristig spielen künstliche Tränen die wichtigste Rolle, weil trockene Augen das häufigste Symptom in der Nachsorge sind. Alle Präparate werden von der Klinik verordnet und sollten nicht eigenständig ausgetauscht werden.

Darf man nach dem Augenlasern normale Schmerzmittel nehmen?

Ja. Paracetamol und Ibuprofen sind nach dem Augenlasern in der Regel gut verträglich und werden von vielen Kliniken für die ersten Tage empfohlen, insbesondere nach Trans-PRK. Aspirin sollte vermieden werden. Schmerzmitteltropfen für das Auge werden nur kurzzeitig nach ärztlicher Anweisung eingesetzt.

Was tun bei starken Schmerzen nach dem Augenlasern?

Leichte bis mittlere Beschwerden in den ersten 24–48 Stunden nach Trans-PRK sind normal. Bei starken, anhaltenden Schmerzen oder plötzlicher Verschlechterung sollte die Klinik kontaktiert werden. Die meisten Kliniken bieten eine Notfallrufnummer für die Nachsorgezeit an.

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