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Halos und Lichtringe nach einer Augenoperation sind meist harmlos und bilden sich innerhalb weniger Wochen bis Monate zurück. Wer sich für eine Katarakt-OP, LASIK, PRK oder einen refraktiven Linsentausch entscheidet, sollte trotzdem wissen: In den ersten Wochen sind Lichthöfe um Lampen, Autoscheinwerfer und Bildschirme fast die Regel. Bei manchen Menschen bleiben sie länger spürbar, und in seltenen Fällen sind sie dauerhaft. Auf dieser Seite erklären wir, warum das passiert, wie lange die Beschwerden typischerweise dauern und mit welchen Maßnahmen sich das Phänomen verringern lässt. Wenn Sie zusätzlich Rat zu Nebenwirkungen nach einer Augen-OP suchen, finden Sie dort weitere Informationen.
Was sind Halos und Lichtringe genau?
Halos sind sichtbare Lichtkränze um Lichtquellen, meist in der Dämmerung oder bei Nacht. Sie entstehen, wenn Licht im Auge nicht mehr sauber auf einen Punkt fokussiert wird, sondern durch mehrere Brechungsstellen läuft. Diese Streuung fasst das Gehirn als Ringe oder Auren wahr. Ähnliche Effekte kennen manche schon vor jeder OP, wenn sie durch eine leicht verschmutzte Brille schauen. Nach einer Operation ist die Ursache jedoch das operierte Auge selbst.
Ein verwandtes Phänomen ist Glare, also übermäßige Blendung durch grelle Lichtquellen. Beides tritt häufig zusammen auf und wird in der Fachwelt als dysphotoptic Phenomena bezeichnet. Für den Patienten ist die Unterscheidung meist zweitrangig, das Empfinden ähnlich unangenehm.
Halos nach Kataraktoperation mit Multifokal-IOL
Multifokale Kunstlinsen erzeugen mehrere Brennpunkte, damit Sie in der Ferne und in der Nähe ohne Brille sehen. Dieses optische Design bringt einen Preis mit: Licht wird in mehrere Ebenen aufgeteilt, was Halos um Straßenlaternen und Autoscheinwerfer zur Folge hat. Bei modernen trifokalen Linsen sind diese Effekte deutlich schwächer als vor zehn Jahren, aber sie sind noch da.
Die meisten Patienten gewöhnen sich innerhalb von drei bis sechs Monaten so weit, dass die Halos im Alltag nur noch bewusst auffallen, wenn man aktiv darauf achtet. Etwa 5 bis 10 Prozent empfinden sie langfristig als störend, vor allem beim Autofahren bei Nacht.
Halos nach LASIK und Femto-LASIK
Nach einer LASIK oder Femto-LASIK sind Halos in den ersten Wochen häufig. Sie entstehen durch die noch heilende Hornhaut, das leichte Zentrierungsoffset und die veränderte Brechkraft im Randbereich der Behandlungszone. Bei modernen Wellenfront-optimierten Behandlungen sind die Effekte deutlich seltener als früher.
Die zusätzliche Wellenfrontanalyse misst individuelle Abbildungsfehler und ermöglicht dem Laser, gezielt gegen die Halos vorzuarbeiten. In den meisten Fällen verschwinden die Lichtringe nach LASIK innerhalb von vier bis zwölf Wochen.
Halos nach refraktivem Linsentausch (RLE)
Weil der refraktive Linsentausch fast immer mit Premiumlinsen kombiniert wird, gelten hier ähnliche Regeln wie bei der Katarakt-OP mit Multifokal-IOL. Die Halos sind Teil des optischen Konzepts. Ein wichtiger Unterschied: Da RLE-Patienten oft jünger und aktiver sind als klassische Katarakt-Patienten, bemerken sie die Effekte im Straßenverkehr stärker. Eine ausführliche Aufklärung vor dem Eingriff ist deshalb entscheidend.
Wie lange sind Halos normal?
Nach LASIK, PRK, Trans-PRK oder SmartSurface
In den ersten vier Wochen sind Halos häufig, in dieser Phase spielt sich die Hornhaut ein. Nach zwei bis drei Monaten sind die meisten Patienten weitgehend beschwerdefrei. Bleiben Lichthöfe nach sechs Monaten noch deutlich, sollte man eine Kontrolle machen lassen, um mögliche Ursachen zu prüfen.
Nach Katarakt-OP mit Monofokal-IOL
Leichte Halos in den ersten ein bis zwei Wochen sind normal, danach eher selten. Bleiben sie länger, ist meist ein Nachstar, eine leichte Trockenheit oder eine leichte Dezentrierung der Linse die Ursache. Diese Punkte lassen sich in einer Kontrolle gut abklären.
Nach Multifokal-IOL oder RLE
Rechnen Sie mit drei bis sechs Monaten Gewöhnungsphase. In dieser Zeit lernt das Gehirn, die zusätzlichen Bildinformationen auszufiltern. Nach sechs Monaten stabilisiert sich das Ergebnis in der Regel, gelegentliche Halos bei Nacht sind jedoch systemimmanent.
Wann werden Halos dauerhaft?
Halos können langfristig bestehen bleiben, wenn folgende Faktoren zusammenspielen:
- Ungünstige Kombination aus Pupillengröße und Linsendesign
- Deutliche Zentrierungsprobleme der Kunstlinse oder der Behandlungszone
- Restfehlsichtigkeit, die nicht korrigiert wurde
- Trockene Augen mit unregelmäßiger Tränenfilmoberfläche
- Nachstar oder eine leichte Hornhautnarbe
In den meisten Fällen lässt sich die Ursache identifizieren und die Beschwerden zumindest reduzieren. Wichtig ist eine ehrliche Anamnese, damit der Augenarzt die passende Diagnostik einleiten kann.
Die Rolle der Pupillengröße
Menschen mit besonders großen Pupillen bei Nacht neigen deutlich häufiger zu Halos. Wenn sich die Pupille in der Dunkelheit stark erweitert, gelangt Licht durch die Randbereiche der Hornhaut oder der Kunstlinse, wo Abbildungsfehler stärker sind. Deshalb messen wir bei Aumedica die Pupillengröße unter mesopischen Bedingungen als festen Teil der Voruntersuchung. Wer sehr weite Pupillen hat, wird bei uns manchmal von einer Multifokallinse abgeraten.
Die Messung ist unspektakulär, hat aber großen Einfluss auf die Empfehlung. Sie dauert wenige Minuten und wird bei uns standardmäßig durchgeführt.
Wellenfrontanalyse als Vorbeugung
Die Wellenfrontanalyse misst nicht nur die klassische Brille, sondern auch feine Aberrationen höherer Ordnung. Auf dieser Basis kann eine LASIK personalisiert werden, sodass die typischen Ursachen für Halos gezielt reduziert werden. Bei der Katarakt-OP hilft die Wellenfrontanalyse bei der Auswahl der passenden Kunstlinse und bei der Entscheidung für oder gegen ein multifokales Konzept.
Behandlungsmöglichkeiten bei anhaltenden Halos
Anpassung der Umwelt und der Sehgewohnheiten
Blendungsvermeidende Autoscheiben, entspiegelte Brillen, gute Straßenbeleuchtung und moderates Tempo bei Nachtfahrten reduzieren die subjektive Belastung deutlich. Auch das Vermeiden von direktem Blick in Scheinwerfer hilft bei sensiblen Patienten spürbar.
Medikamentöse Optionen
Miotika, also Tropfen zur Verengung der Pupille, können bei bestimmten Patienten die Halos spürbar mildern. Diese Option muss individuell abgewogen werden, weil sie die Nahsicht beeinflusst und meist nur situativ angewendet wird.
Laser-Nachkorrektur
Bei Restfehlsichtigkeit nach Katarakt-OP oder LASIK kann eine kleine Laserkorrektur die Halos deutlich reduzieren, weil das Auge dann wieder auf einen Punkt fokussiert. Auch die Kataraktoperation im Rahmen einer geplanten Feinabstimmung kommt in Frage, wenn Kunstlinsen verrutscht sind.
IOL-Austausch
Bleibt eine Multifokallinse dauerhaft unverträglich, kann sie in einem zweiten Eingriff durch eine monofokale oder EDOF-Linse ersetzt werden. Dieser Schritt ist selten nötig, weil die meisten Patienten sich gut gewöhnen. Er wird erst nach sechs Monaten intensiver Beobachtung erwogen.
Wann sollten Sie in die Klinik kommen?
Kontrollieren lassen sollten Sie sich, wenn Halos nach den erwartbaren Zeitfenstern nicht abnehmen, wenn sie plötzlich stärker werden oder wenn sie mit Sehverschlechterung oder Schmerz einhergehen. Auch anhaltend verschwommenes Sehen nach dem Eingriff ist ein Grund für einen Termin. Meist finden wir eine gut behandelbare Ursache.
Häufig gestellte Fragen
Sind Halos ein Zeichen für einen Fehler bei der OP?
In den ersten Wochen fast nie. Halos in der Frühphase sind Ausdruck der Heilung und der optischen Anpassung. Erst wenn sie über Monate massiv bleiben oder plötzlich neu auftreten, sollte man die Ursache genauer suchen.
Werden Halos bei Multifokallinsen mit der Zeit besser?
Ja, das Gehirn passt sich in einem Prozess an, den Fachleute Neuroadaptation nennen. Innerhalb von drei bis sechs Monaten treten Halos in vielen Alltagssituationen kaum noch bewusst ins Wahrnehmungsfeld.
Kann ich mit Halos noch Auto fahren?
In den ersten Wochen empfehlen wir, Nachtfahrten möglichst zu meiden oder besonders vorsichtig zu fahren. Sobald sich das Sehen stabilisiert und die Halos zurückgehen, ist Nachtfahren wieder problemlos möglich. Bei ausgeprägten, dauerhaften Halos sollte die Fahreignung individuell überprüft werden.
Hilft eine Brille gegen Halos?
Wenn eine Restfehlsichtigkeit vorliegt, kann eine passende Brille die Halos deutlich reduzieren. Sind die Halos hauptsächlich linsenbedingt, hat die Brille kaum Einfluss, sondern eher die Wellenfront-Behandlung oder Anpassungsmedikamente.
Wie kann ich Halos vor der OP vorbeugen?
Wichtig sind eine gründliche Voruntersuchung mit Messung der Pupillengröße, eine Wellenfrontanalyse, die Wahl einer zum Alltag passenden Kunstlinse und eine ehrliche Beratung über die Kompromisse jeder Linsenart.
Sind Halos nach Trans-PRK schwächer als nach LASIK?
Nach den ersten Wochen sind die Ergebnisse ähnlich. In der frühen Heilungsphase können sie bei Trans-PRK etwas stärker sein, weil die oberflächliche Hornhaut zunächst regeneriert. Langfristig gleichen sich die Verläufe an.
Kann trockenes Auge Halos verursachen?
Ja, ein unregelmäßiger Tränenfilm streut Licht und kann Halos verstärken oder sogar erzeugen. Konsequente Anwendung befeuchtender Tropfen lindert diese Halos oft deutlich, gerade in den ersten Monaten nach der OP.


