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Nicht jede Fehlsichtigkeit lässt sich lasern, und nicht jedes Auge erfüllt die anatomischen und medizinischen Voraussetzungen für einen sicheren Eingriff. Die Eignungsprüfung ist ein zentraler Teil des Prozesses vor dem Augenlasern – sie schützt Patienten vor unnötigen Risiken und sorgt dafür, dass nur geeignete Kandidaten behandelt werden. Hier sind die wichtigsten Kriterien, die die Basis jeder seriösen Voruntersuchung bilden.
Mindestalter
Das gesetzliche Mindestalter für das Augenlasern in Deutschland liegt bei 18 Jahren. In der klinischen Praxis empfehlen Augenärzte jedoch häufig ein Mindestalter von 20 bis 21 Jahren. Der Grund: Die Augen befinden sich in der Jugend noch in einer Entwicklungsphase. Die Hornhaut und die Refraktion stabilisieren sich bei vielen Patienten erst im frühen Erwachsenenalter vollständig. Wer vor dieser Stabilisierung lasert, riskiert, dass die Fehlsichtigkeit nach dem Eingriff weiter zunimmt.
Mehr zu Alter und Zeitpunkt erklärt die Seite Ab wann Augenlasern.
Stabilität der Sehstärke
Die Stabilität der Refraktion ist die wichtigste Einzelvoraussetzung. Als stabil gilt eine Sehstärke dann, wenn sie sich über mindestens zwölf Monate nicht wesentlich verändert hat – das bedeutet: keine Änderung von mehr als 0,5 Dioptrien in sphärischer oder zylindrischer Korrektur über diesen Zeitraum. Der Nachweis erfolgt idealerweise durch zwei aufeinanderfolgende Messungen im jährlichen Abstand.
Wer jedes Jahr eine neue Brillenstärke benötigt, ist noch nicht geeignet – unabhängig vom Alter.
Hornhautdicke und Topographie
Der Laser trägt Hornhautgewebe ab. Je mehr Dioptrien zu korrigieren sind, desto mehr Gewebe wird benötigt. Die Hornhaut hat eine begrenzte Dicke – typischerweise zwischen 500 und 560 Mikrometer. Nach dem Eingriff muss eine ausreichende Restdicke erhalten bleiben, um das Risiko einer Hornhautektasie (eine progrediente Vorwölbung der Hornhaut) auszuschließen.
Als Mindestrestwert nach dem Eingriff gelten je nach Methode unterschiedliche Grenzen:
- Nach Femto-LASIK: mindestens 250 bis 300 Mikrometer verbleibende Dicke im Stromateil
- Nach Trans-PRK: ähnliche Anforderungen, leichte Unterschiede im Einzelfall
- Nach SMILE: mindestens 250 bis 270 Mikrometer
Wer eine zu dünne Hornhaut hat, kann nicht gelasert werden. Alternativen wie ICL (Implantable Collamer Lens) oder refraktiver Linsenaustausch sind dann zu prüfen. Mehr zu den Dioptriengrenzen und Hornhautanforderungen auf der Seite Augenlasern und Dioptrien.
Gesundheitszustand der Augen
Bestimmte Augenerkrankungen schließen das Augenlasern aus oder erfordern eine besondere Abwägung:
Absolute Kontraindikationen
- Keratokonus: Eine progrediente Hornhautverformung, die die Stabilität der Hornhaut beeinträchtigt. Keratokonus-Patienten können in der Regel nicht gelasert werden – das Abtragen weiteren Gewebes würde die strukturelle Schwäche verschlimmern
- Unkontrolliertes Glaukom: Erhöhter Augeninnendruck, der nicht medikamentös stabilisiert ist
- Schwere Netzhauterkrankungen: Fortgeschrittene Makuladegeneration oder schwere Netzhautablösungen
- Aktive Hornhautinfektionen: Virale oder bakterielle Infektionen müssen vollständig ausgeheilt sein
- Fortgeschrittener Grauer Star (Katarakt): Die getrübte Linse beeinträchtigt das Endergebnis; ein Linsenaustausch ist dann die primäre Behandlung
Relative Kontraindikationen – Einzelfallprüfung notwendig
- Trockene Augen (Sicca-Syndrom): Milde Formen sind häufig behandelbar und kein absoluter Ausschlussgrund; schwere Formen erfordern eine sorgfältige Abwägung, da Lasereingriffe Trockenheit vorübergehend verstärken können
- Rheumatoide Arthritis und Autoimmunerkrankungen: Können die Wundheilung beeinflussen und erfordern eine individuelle Bewertung
- Gut kontrollierter Diabetes mellitus: Kein absolutes Ausschlusskriterium, aber die Heilung kann verlangsamt sein; eine stabile Stoffwechsellage ist Voraussetzung
Schwangerschaft und Stillzeit
Während der Schwangerschaft und Stillzeit ist ein Lasereingriff kontraindiziert. Hormonelle Veränderungen können die Hornhautgeometrie und die Refraktion vorübergehend beeinflussen. Empfohlen wird, mindestens zwei bis drei Monate nach dem Ende der Stillzeit zu warten und die Refraktion erneut zu messen. Mehr dazu auf der Seite Augenlasern und Schwangerschaft.
Dioptrien-Grenzen
Laserverfahren können nicht unbegrenzte Fehlsichtigkeiten korrigieren. Orientierungsgrößen für typische Verfahren:
- Kurzsichtigkeit: bis etwa –10 bis –12 Dioptrien
- Weitsichtigkeit: bis etwa +4 bis +6 Dioptrien
- Astigmatismus: bis etwa 5 bis 6 Dioptrien
Diese Grenzen sind nicht absolut – die individuelle Hornhautdicke bestimmt im Einzelfall, was möglich ist. Detaillierte Informationen stehen auf der Seite Augenlasern Dioptrien.
Realistische Erwartungen als Voraussetzung
Neben den anatomischen und medizinischen Kriterien ist das Verständnis der möglichen Ergebnisse ein wichtiger Bestandteil der Eignungsprüfung. Das Augenlasern korrigiert bestehende Fehlsichtigkeiten dauerhaft – aber es verhindert keine altersbedingte Presbyopie oder Katarakt. Wer unrealistische Erwartungen an das Ergebnis mitbringt, sollte im Beratungsgespräch explizit über die Grenzen des Eingriffs informiert werden.
Was passiert bei der Voruntersuchung?
Die Voruntersuchung vor dem Augenlasern ist umfangreich und enthält mehrere standardisierte Messungen:
- Hornhauttopographie: Dreidimensionale Vermessung der Hornhautoberfläche; erkennt Unregelmäßigkeiten, Keratokonus-Vorstufen und den individuellen Ablationsplan
- Pachymetrie: Messung der Hornhautdicke an verschiedenen Punkten
- Refraktion: Präzise Bestimmung der Fehlsichtigkeit unter standardisierten Bedingungen
- Augeninnendruck: Ausschluss eines Glaukoms
- Tränenfilm: Beurteilung der Tränenfilmqualität und Identifikation trockener Augen
- Makuladiagnostik: OCT-Untersuchung der Netzhaut bei Bedarf
Ein Überblick über alle verfügbaren Behandlungsoptionen steht auf der Methodenübersicht von Aumedica.
FAQ: Eignungsvoraussetzungen für das Augenlasern
Ich habe leicht trockene Augen – bin ich trotzdem geeignet?
Möglicherweise ja. Milde Trockenheit der Augen ist kein absolutes Ausschlusskriterium. Die Tränenfilmqualität wird in der Voruntersuchung gemessen. Bei ausreichendem Tränenfilm und nach Behandlung der Trockenheit mit Augentropfen ist ein Lasereingriff häufig möglich.
Muss ich meine Kontaktlinsen vor der Voruntersuchung absetzen?
Ja. Kontaktlinsen verändern die Hornhautform vorübergehend. Weiche Kontaktlinsen sollten mindestens sieben Tage vor der Voruntersuchung abgesetzt werden, formstabile Linsen mindestens vier bis sechs Wochen. Ohne diese Pause sind die Messergebnisse nicht aussagekräftig.
Kann ich auch bei Keratokonus lasern lassen?
Beim manifesten Keratokonus ist das Augenlasern in der Regel kontraindiziert. Alternativen wie ICL oder refraktiver Linsenaustausch können je nach Stadium sinnvoll sein. Mehr dazu auf der Seite Augenlasern oder Linsenimplantat.
Bin ich geeignet, wenn meine Sehstärke sich einmal jährlich um –0,25 Dioptrien ändert?
Kleine Änderungen von 0,25 Dioptrien liegen im messtechnischen Toleranzbereich und können keine relevante Progression anzeigen. Wenn die Änderungen konsistent in eine Richtung gehen (jedes Jahr ein Stück mehr), sollte die Entwicklung weiter beobachtet werden. Eine Einzeländerung von 0,25 Dioptrien ist kein Ausschlussgrund.
Fazit
Augenlasern passt nicht zu jedem. Aber die meisten Menschen mit stabilen Sehfehlern sind kandidatisch geeignet.
Die beste Weg herauszufinden: Kostenlose Diagnostik bei Aumedica.
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