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„Bin ich überhaupt geeignet für Augenlaser?“ ist eine der ersten Fragen, die sich jede Interessentin und jeder Interessent stellen sollte. Nicht jeder Mensch ist ein geeigneter Kandidat – und das ist keine negative Nachricht, sondern ein wichtiger Teil der Qualität seriöser Augenlaser-Medizin. Dieser Artikel erklärt, wann Kliniken wie Aumedica in Köln einen Eingriff empfehlen, wann sie davon abraten und warum.
Absolute Kontraindikationen: Kein Augenlaser möglich
Bei folgenden Befunden raten die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) und internationale Fachgesellschaften wie die ESCRS und AAO generell von einem Eingriff ab:
Keratokonus
Keratokonus ist eine Erkrankung, bei der die Hornhaut progressiv duen und kegelförmig wird. Eine Laserkorrektur würde die Stabilität weiter reduzieren und den Verlauf verschlimmern. Bei Keratokonus-Verdacht ist die Topographie zwingend erforderlich.
Zu dünne Hornhaut
Wenn nach dem Laserabtrag weniger als 250 bis 300 Mikrometer Restgewebedicke verbleiben würden, ist das Risiko einer Hornhautschwäche (Ektasie) zu hoch. Die individuelle Grenze hängt von mehreren Faktoren ab.
Aktive Autoimmunerkrankungen
Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Lupus können die Wundheilung beeinträchtigen und sind relative bis absolute Kontraindikationen je nach Aktivität und Medikation.
Instabile Sehstaerke
Wenn sich der Sehfehler in den letzten 12 Monaten verändert hat, ist der Eingriff zu früh. Die Sehstärke muss mindestens ein Jahr stabil sein.
Schwangerschaft und Stillzeit
Hormonelle Veränderungen beeinflussen die Hornhaut Geometrie. Der Eingriff sollte bis nach dem Abstillen verschoben werden.
Relative Kontraindikationen: Einzelfallentscheidung
Folgende Faktoren schliessen einen Eingriff nicht zwingend aus, erfordern aber eine sorgfältige Abwägung:
- Trockene Augen: Leichte bis moderate Trockenheit kann behandelt werden; schwere Trockenheit ist kritisch
- Hoher Astigmatismus: Nicht immer vollständig korrigierbar – individuelle Prüfung nötig
- Sehr hohe Kurz- oder Weitsichtigkeit: Jenseits bestimmter Dioptriengrenzen ist ein Linsenaustausch geeigneter
- Psychische Erkrankungen: Bei stabiler Behandlung meist kein Hindernis; bei Akutphasen Aufschub empfohlen
- Herpes-simplex-Infektion des Auges in der Vorgeschichte: Individuell abzuklären
Die Rolle der Voruntersuchung
Alle relevanten Kontraindikationen werden in einer professionellen präoperativen Untersuchung erfasst. Diese umfasst mindestens:
- Sehschärfe mit und ohne Korrektur
- Hornhauttopographie und Pachymetrie (Schichtdicke)
- Messung des Augeninnendrucks
- Prüfung auf Keratokonus-Vorstufen
- Beurteilung des Tränenfilms (Trockenheit Diagnostik)
- Vollständiger Augenhintergrund
Diese Untersuchung dauert in der Regel 60 bis 90 Minuten. Wer nach der Voruntersuchung erfahren, dass er nicht geeignet ist, sollte das als wichtige Schutz Information werten – nicht als Ablehnung.
Wann ist eine Brille oder Kontaktlinse die bessere Wahl?
Augenlaser ist ein elektiver Eingriff, kein Muss. Es gibt Situationen, in denen das Tragen von Brille oder Kontaktlinsen die deutlich klügere Entscheidung ist:
- Junge Menschen unter 18 Jahre (Hornhaut noch in Entwicklung)
- Patienten mit Presbyopie (Altersweitsichtigkeit), wenn ausreichend gute Alternativen bestehen
- Patienten mit sehr hoher Angst, die sich nicht ausreichend vorbereiten können oder möchten
- Patienten mit hohem beruflichen oder sportlichen Risiko für Augenverletzungen kurz nach dem Eingriff
Augenlaser versus Linsenaustausch: Wann ist die Linse besser?
Bei Patienten über 45 Jahren oder bei sehr hohen Dioptrienwerten jenseits der Laser Grenzen kann der refraktive Linsenaustausch (RLA) eine bessere Option sein. Dabei wird die körpereigene Linse durch eine Kunstlinse mit integrierter Dioptrien-Korrektur ersetzt. Lesen Sie auch den Artikel Augenlaser vs. Kontaktlinsen für weitere Vergleichspunkte.
Häufige Fragen zu Kontraindikationen
Was passiert, wenn eine Klinik die Kontraindikationen übersieht?
In diesem Fall steigt das Komplikationsrisiko erheblich. Deshalb ist die Qualität der Voruntersuchung entscheidend. Seriöser Kliniken schliessen Patienten aktiv aus, wenn sie nicht geeignet sind – auch wenn das kommerziell unattraktiv ist.
Kann sich eine Kontraindikation verändern?
Ja. Instabile Sehstärke kann nach 12 Monaten Stabilität zur Eignung führen. Trockene Augen können behandelt werden, sodass später eine Operation möglich wird.
Wird mir die Voruntersuchung etwas kosten?
Das variiert je nach Klinik. Bei Aumedica in Köln wird im Rahmen des Beratungsgesprächs eine Eignungsprüfung angeboten. Fragen Sie konkret nach, was im Vorabtermin enthalten ist.


