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Wer sich mit dem Augenlasern beschäftigt, stößt unweigerlich auf den Begriff Excimer-Laser. Er ist das Herzstück nahezu aller refraktiven Lasereingriffe – und doch wissen die wenigsten Patienten, was dahintersteckt. Dieser Beitrag erklärt, was ein Excimer-Laser ist, wie er funktioniert und warum er für die Korrektur von Sehfehlern so gut geeignet ist.
Was bedeutet „Excimer“?
Der Begriff „Excimer“ setzt sich aus den englischen Wörtern excited und dimer zusammen. Ein Dimer ist ein Molekül, das aus zwei gleichartigen Einheiten besteht – im Fall des Excimer-Lasers handelt es sich um ein kurzlebiges Verbundmolekül aus einem Edelgas und einem Halogen.In der Augenchirurgie werden üblicherweise Argon-Fluorid-Laser (ArF) eingesetzt. Diese erzeugen ultraviolettes Licht mit einer Wellenlänge von 193 Nanometern – ein Wert, der für die präzise Bearbeitung von biologischem Gewebe ideal ist.
Wie funktioniert der Excimer-Laser?
Der Excimer-Laser arbeitet mit einem physikalischen Prinzip namens Photoablation. Das bedeutet: Das Laserlicht trägt Hornhautgewebe ab, ohne die umgebenden Gewebeschichten thermisch zu schädigen. Es gibt dabei keine Hitze und keine Verbrennung – stattdessen werden Molekularbindungen im Gewebe durch die Energie der UV-Strahlung direkt aufgebrochen.Dieser Prozess ist außerordentlich präzise: Pro Laserpuls werden Gewebeschichten von etwa 0,25 Mikrometern Dicke abgetragen. Das entspricht einem Bruchteil eines menschlichen Haars. Durch tausende solcher Pulse entsteht eine neue, optisch korrigierte Hornhautkurve.
Die Steuerung des Lasers erfolgt computergestützt und in Echtzeit. Moderne Geräte verfügen über Eye-Tracker, die die Position des Auges mehrere hundert Mal pro Sekunde messen und den Laserstrahl entsprechend nachführen – selbst minimale unwillkürliche Augenbewegungen werden damit ausgeglichen.
Warum eignet sich der Excimer-Laser für Augenoperationen?
Mehrere Eigenschaften machen den Excimer-Laser zur Standardtechnologie in der refraktiven Chirurgie:Präzision auf Mikroebene: Kein anderes Laserverfahren erreicht diese Abtragungsgenauigkeit bei biologischem Gewebe. Die Hornhaut kann damit mit einer Toleranz von wenigen Mikrometern umgeformt werden.
Keine thermische Belastung: Da die Energie der UV-Strahlung die Molekularbindungen direkt auflöst, entsteht kein messbarer Wärmeeffekt im umliegenden Gewebe. Das minimiert das Risiko von Narbenbildung und Gewebeschäden.
Vorhersagbare Ergebnisse: Durch jahrzehntelange klinische Anwendung sind die Abtragungseigenschaften des Excimer-Lasers bei menschlichem Hornhautgewebe sehr gut dokumentiert. Die Behandlungsplanung basiert auf präzisen mathematischen Modellen.
Kurze Expositionszeit: Ein vollständiger Lasereingriff an einem Auge dauert in der Regel unter 60 Sekunden – bei modernen Geräten oft deutlich kürzer.
Excimer-Laser und Femtosekunden-Laser – was ist der Unterschied?
Beim Augenlasern kommen häufig zwei verschiedene Lasertypen zum Einsatz, die unterschiedliche Aufgaben haben:Der Excimer-Laser ist für die eigentliche Gewebeabtragung zuständig – er formt die Hornhaut um, um den Sehfehler zu korrigieren.
Der Femtosekunden-Laser wird bei LASIK eingesetzt, um den Hornhautflap zu schneiden. Er arbeitet mit Infrarotlicht und ermöglicht eine präzise, schnittfreie Trennung von Hornhautschichten durch sehr kurze Lichtpulse (im Femtosekunden-Bereich, also milliardstel Millisekunden).
Bei Trans-PRK und PRK wird kein Femtosekunden-Laser benötigt – hier übernimmt der Excimer-Laser die gesamte Behandlung. Die Hornhautoberfläche wird zunächst vollständig abgetragen, dann die Korrektur vorgenommen.
Bei der SMILE-Methode kommt ausschließlich ein Femtosekunden-Laser zum Einsatz – ohne Excimer-Laser. Dabei wird ein linsenförmiges Gewebstück innerhalb der Hornhaut herausgetrennt und durch einen kleinen Schnitt entfernt. Die SMILE-Methode bei Aumedica stellt eine Alternative für Patienten dar, die keinen Flap möchten.
Welche Methoden nutzen den Excimer-Laser?
Der Excimer-Laser kommt bei allen gängigen refraktiven Lasermethoden außer SMILE zum Einsatz:LASIK: Kombination aus Femtosekunden-Laser (Flapschnitt) und Excimer-Laser (Gewebeabtragung unter dem Flap). Schnelle Erholung, minimale Schmerzen.
Trans-PRK / SmartSurface: Nur Excimer-Laser, kein mechanisches Instrument. Die Hornhautoberfläche wird vollständig in einem Arbeitsschritt abgetragen und korrigiert. Gilt als schonendste Methode für die Hornhautstruktur. SmartSurface bei Aumedica ist die modernste Form der Trans-PRK.
PRK und LASEK: Ältere oberflächliche Laserverfahren, die ebenfalls den Excimer-Laser einsetzen. Trans-PRK hat diese Methoden in modernen Kliniken weitgehend abgelöst.
Einen Überblick über alle Methoden bietet die Seite zu Augenlasern-Methoden bei Aumedica.
Wie wird die Behandlung mit dem Excimer-Laser geplant?
Vor dem Eingriff findet eine umfassende Voruntersuchung statt. Dabei werden unter anderem die Hornhautdicke, die Hornhautform (Topografie), der Brechungsfehler und die Pupillengröße gemessen. Diese Daten fließen in die Behandlungsplanung ein.Moderne Systeme erlauben eine wellenfront- oder topografiegeführte Behandlung: Dabei wird nicht nur der klassische Sehfehler (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Astigmatismus) korrigiert, sondern auch individuelle Unregelmäßigkeiten der Hornhaut. Das Ergebnis ist eine auf das jeweilige Auge maßgeschneiderte Korrektur.
Was refraktive Chirurgie bedeutet und welche Grundlagen dahinterstehen, erläutert die Aumedica-Seite zur refraktiven Chirurgie.
Ist der Excimer-Laser sicher?
Der Excimer-Laser ist seit den 1980er Jahren in der refraktiven Augenchirurgie im Einsatz. Die Technologie gilt als eine der am besten untersuchten in der Medizin – mit Millionen von durchgeführten Eingriffen weltweit und einer umfangreichen Datenlage zur Langzeitsicherheit. Einen detaillierten Überblick bietet der Beitrag Wie sicher ist Augenlasern?Schwerwiegende Komplikationen durch den Lasereingriff selbst sind sehr selten. Die häufigsten Nebenwirkungen – trockene Augen, vorübergehende Halos – sind in den meisten Fällen vorübergehend und nicht auf den Laser selbst, sondern auf die natürliche Heilungsreaktion zurückzuführen.

