Augenlasern in der Stillzeit – Was muss ich wissen?

Inhaltsverzeichnis

Viele Mütter nutzen die Zeit nach der Geburt, um langfristige Entscheidungen anzugehen – darunter auch den Wunsch nach einem Leben ohne Brille oder Kontaktlinsen. Doch ist das Augenlasern während der Stillzeit eine gute Idee?

Die klare Empfehlung der meisten Augenchirurgen lautet: nein – zumindest nicht, solange gestillt wird. Dieser Beitrag erklärt, warum das so ist, welche Faktoren dabei eine Rolle spielen und wann der richtige Zeitpunkt für den Eingriff nach der Stillzeit ist.

Warum empfehlen Ärzte, in der Stillzeit nicht zu lasern?

Es gibt zwei Hauptgründe, warum das Augenlasern während der Stillzeit verschoben werden sollte:

1. Hormonelle Veränderungen beeinflussen die Hornhaut

Während der Schwangerschaft und der Stillzeit verändert sich der Hormonhaushalt erheblich. Diese hormonellen Schwankungen können die Hornhaut beeinflussen – sowohl ihre Form (Topografie) als auch ihre Brechkraft. Das bedeutet: Die Sehstärke ist in dieser Phase möglicherweise nicht stabil.

Eine Laserkorrektur basiert auf einer präzisen Messung des aktuellen Sehfehlers. Wenn die Hornhaut hormonell bedingt verändert ist, kann das Messergebnis von der eigentlichen Ausgangssituation nach Abschluss der Stillzeit abweichen. Im schlimmsten Fall wird ein Sehfehler korrigiert, der sich nach dem Abklingen der Hormonschwankungen von selbst verändert hätte – das Ergebnis wäre ungenau.

2. Medikamente in der Nachsorge können in die Muttermilch übergehen

Nach dem Augenlasern werden mehrere Wochen lang Augentropfen verwendet: Antibiotika, Kortikosteroide und künstliche Tränen. Für antibiotische und kortikosteroidhaltige Augentropfen ist nicht vollständig ausgeschlossen, dass Wirkstoffe systemisch aufgenommen werden und in geringen Mengen in die Muttermilch übergehen können.

Das Risiko ist bei topisch angewendeten Augentropfen zwar gering, aber nicht gleich null. Da die Datenlage für stillende Mütter begrenzt ist und medizinische Zurückhaltung in dieser Phase oberste Priorität hat, empfehlen die meisten Kliniken, den Eingriff bis nach dem Ende der Stillzeit zu verschieben.

Ist Augenlasern in der Stillzeit verboten?

Nein, es gibt kein gesetzliches Verbot. Das Augenlasern in der Stillzeit ist technisch möglich, wird aber von der überwältigenden Mehrheit der Augenchirurgen nicht empfohlen.

Es handelt sich um eine medizinische Empfehlung auf Basis von Erfahrungswerten und Vorsichtsprinzip – nicht um eine absolute Kontraindikation. In einzelnen Ausnahmefällen – etwa bei medizinischer Notwendigkeit – könnte ein Arzt anders entscheiden. Für eine elektive, also freiwillig gewählte Behandlung wie die Fehlsichtigkeitskorrektur, gibt es keinen überzeugenden Grund, das Risiko einzugehen.

Wie lange nach der Stillzeit sollte man warten?

Nach dem Ende der Stillzeit normalisieren sich die Hormonspiegel schrittweise. Die meisten Kliniken empfehlen, nach dem vollständigen Abstillen mindestens drei Monate zu warten, bevor die Voruntersuchung stattfindet.

Dieser Zeitraum gibt dem Körper die Möglichkeit, sich hormonal zu stabilisieren. Dann kann die Sehstärke über zwei Messungen im Abstand von einigen Wochen auf Stabilität geprüft werden – eine wichtige Voraussetzung für ein verlässliches Laserkorrekturergebnis.

Was die allgemeinen Voraussetzungen für das Augenlasern sind, erklärt die Aumedica-Seite zu den Voraussetzungen für Augenlasern.

Was ist mit dem Augenlasern in der Schwangerschaft?

Ähnliche Überlegungen gelten für die Schwangerschaft – dort sogar noch strikter. Hormonelle Veränderungen, die Vermeidung jeglicher unnötiger Medikamente und die generelle Empfehlung, elektive Eingriffe während der Schwangerschaft aufzuschieben, sprechen klar gegen das Augenlasern in dieser Phase.

Alle Details zur Schwangerschaft erklärt die Aumedica-Seite zum Augenlasern in der Schwangerschaft.

Kann man Kontaktlinsen in der Stillzeit tragen?

Ja, Kontaktlinsen sind in der Stillzeit in der Regel unbedenklich – solange keine Augenprobleme vorliegen. Manche Frauen berichten, dass Kontaktlinsen während und nach der Schwangerschaft schlechter vertragen werden, was auf veränderte Tränenfilmzusammensetzung zurückzuführen sein kann. Das ist jedoch kein Gesundheitsrisiko, sondern ein Komfortthema.

Wer in der Stillzeit Kontaktlinsen trägt und auf Augenlasern wartet, sollte regelmäßige Augenarztkontrollen in Betracht ziehen – besonders wenn sich die Sehstärke verändert.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für das Augenlasern nach der Stillzeit?

Der ideale Zeitpunkt für den Eingriff ist dann, wenn:
  • Die Stillzeit vollständig abgeschlossen ist
  • Mindestens drei Monate nach dem Abstillen vergangen sind
  • Die Sehstärke über mehrere Wochen stabil gemessen wurde
  • Keine weiteren Schwangerschaften unmittelbar geplant sind (da jede Schwangerschaft erneut hormonelle Veränderungen bringen kann)
Der letzte Punkt ist relevant: Wer direkt nach der Stillzeit lasern lässt und kurz danach erneut schwanger wird, riskiert, dass die korrigierte Sehstärke durch die neue Hormonsituation beeinflusst wird. Es ist daher sinnvoll, die Familienplanung zumindest mittelfristig abzuschließen, bevor man sich für den Eingriff entscheidet.

Wann man grundsätzlich augenlasern kann – nach Alter, Stabilität und anderen Kriterien – erklärt die Aumedica-Seite zu ab wann man augenlasern kann.

FAQ

Darf man in der Stillzeit augenlasern?

Es gibt kein Verbot, aber die Empfehlung lautet: nein. Hormonelle Schwankungen während der Stillzeit können die Hornhautform und die Sehstärke beeinflussen. Außerdem werden nach dem Augenlasern Augentropfen verwendet, deren geringe systemische Aufnahme in der Stillzeit vermieden werden sollte. Elektive Eingriffe werden bis nach dem Ende der Stillzeit verschoben.

Wie lange nach dem Abstillen kann man augenlasern?

Die meisten Kliniken empfehlen, mindestens drei Monate nach dem vollständigen Abstillen zu warten, bevor die Voruntersuchung stattfindet. Danach wird die Sehstärke auf Stabilität geprüft – erst wenn sie über mehrere Wochen konstant ist, wird der Eingriff durchgeführt.

Verändert sich die Sehstärke durch die Stillzeit?

Bei manchen Frauen ja. Hormonelle Veränderungen während Schwangerschaft und Stillzeit können die Hornhautform und damit die Brechkraft des Auges beeinflussen. Diese Veränderungen sind in der Regel vorübergehend und normalisieren sich nach dem Ende der Stillzeit und der hormonellen Stabilisierung.

Was ist, wenn man nach dem Augenlasern erneut schwanger wird?

Eine erneute Schwangerschaft nach dem Augenlasern ist kein Risiko für das Auge. In seltenen Fällen können hormonelle Veränderungen die Sehschärfe leicht beeinflussen – aber das Laserresultat selbst ist stabil. Deshalb empfehlen Kliniken, den Eingriff möglichst dann durchzuführen, wenn die Familienplanung weitgehend abgeschlossen ist.

Wir sind für dich da

Buch dir jetzt dein unverbindliches Beratungsgespräch