Augenlasern nach Grauer-Star-Operation: Nachstar & Linsenaustausch

Inhaltsverzeichnis

Nach einer Katarakt-Operation befinden sich im Auge keine natürliche Linse mehr, sondern eine Kunstlinse. Das Sehen ist in den meisten Fällen deutlich verbessert – aber nicht immer perfekt. In manchen Situationen kann ein zusätzlicher Lasereingriff sinnvoll oder notwendig sein: entweder zur Behandlung des sogenannten Nachstars oder zur Korrektur einer verbleibenden Restfehlsichtigkeit.

Was passiert nach einer Katarakt-Operation?

Bei der Katarakt-Operation wird die getrübte natürliche Linse des Auges durch eine transparente Kunstlinse (Intraokularlinse, IOL) ersetzt. Die Kunstlinse wird so berechnet, dass das Sehen danach möglichst klar ist. In den meisten Fällen gelingt das sehr gut. Gelegentlich verbleibt jedoch eine kleine Restfehlsichtigkeit – und in einem Teil der Fälle entsteht im Laufe von Monaten oder Jahren ein Nachstar.

Option 1: Nachstar-Laser (YAG-Kapsulotomie)

Was ist ein Nachstar?

Der Nachstar ist keine erneute Trübung der Kunstlinse, sondern eine Eintrübung der Hinterkapsel – der dünnen Membran, die die Kunstlinse hält. Diese Eintrübung entsteht durch Zellwachstum und ist ein normaler biologischer Prozess, keine Komplikation. Der Nachstar tritt bei etwa 20 bis 40 % der Patienten innerhalb von zwei bis fünf Jahren nach der Katarakt-Operation auf.

Wie wird der Nachstar behandelt?

Die Behandlung des Nachstars ist unkompliziert. Ein YAG-Laser (Neodym-YAG) erzeugt eine kleine Öffnung in der getrübten Kapsel – ohne Schnitt, ohne Narkose, ohne Schmerzen. Der Eingriff dauert wenige Minuten. Das Sehen verbessert sich in der Regel unmittelbar danach. Eine Heilungsphase ist nicht erforderlich.

Option 2: Laserkorrektur nach Katarakt-OP zur Restfehler-Behandlung

Wenn nach der Katarakt-Operation eine Restfehlsichtigkeit verbleibt – also die Kunstlinse nicht exakt die richtige Stärke hat – kann eine Laserkorrektur der Hornhaut diese Differenz ausgleichen.

Wann ist das sinnvoll?

Eine Laserkorrektur nach Katarakt-OP ist sinnvoll, wenn:

  • Eine Restfehlsichtigkeit von mehr als 0,75 bis 1,0 Dioptrien verbleibt
  • Das Sehen ohne Brille unbefriedigend ist
  • Die Hornhaut dick genug und gesund ist für eine Laserkorrektur
  • Kein Nachstar oder andere okuläre Probleme vorliegen

Wartezeit und Voraussetzungen

Nach einer Katarakt-Operation sollte mindestens drei bis sechs Monate gewartet werden, bevor eine Laserkorrektur der Hornhaut geplant wird. Das gibt dem Auge Zeit, sich vollständig zu stabilisieren und die endgültige Sehstärke zu erreichen. Für die Laserkorrektur selbst gelten dieselben anatomischen Voraussetzungen wie für jeden anderen Patienten: ausreichende Hornhautdicke, keine Hornhauterkrankungen, stabile Refraktion. Die allgemeinen Eignungsvoraussetzungen für Augenlasern gelten entsprechend.

Welche Methode eignet sich nach Katarakt-OP?

In der Regel wird nach einer Katarakt-Operation eine oberflächliche Methode wie Trans-PRK der LASIK vorgezogen, weil bei vorangegangener Augenoperation die Hornhautstabilität sorgfältig beurteilt werden muss. Die Entscheidung trifft der behandelnde Augenarzt nach aktueller Topographie und Pachymetrie. Einen Überblick über alle verfügbaren Methoden bietet die Methoden-Seite von Aumedica.

Zeitplan nach Katarakt-Operation

  • 1 Woche nach OP: Erste Kontrolluntersuchung, grobe Sehschärfeprüfung
  • 4–6 Wochen nach OP: Refraktion beginnt sich zu stabilisieren
  • 3–6 Monate nach OP: Vollständige Stabilisierung – frühester sinnvoller Zeitpunkt für die Planung einer Laserkorrektur
  • Nachstar: Kann zu jedem Zeitpunkt nach der OP auftreten; YAG-Behandlung ist unabhängig vom zeitlichen Abstand zur Katarakt-OP möglich

Augenlasern VOR einem grauen Star: Ist das möglich?

Wenn ein grauer Star in einem frühen Stadium vorliegt, aber noch kein operativer Handlungsbedarf besteht, ist eine Laserkorrektur der Hornhaut im Einzelfall möglich – sofern die Hornhaut die Voraussetzungen erfüllt. Der Augenarzt muss in diesem Fall abwägen, ob ein Lasereingriff sinnvoll ist oder ob der Fortschritt des Katarakts in absehbarer Zeit eine Linsenoperation notwendig machen wird. In vielen solcher Fälle ist es effizienter, den Linsenaustausch abzuwarten und dann bei Bedarf eine Restfehler-Korrektur vorzunehmen.

Mehr zur Beziehung zwischen grauem Star, Altersveränderungen und optionaler Laserkorrektur erklärt die Seite zu Augenlasern oder Linsenimplantat.

FAQ: Augenlasern und grauer Star

Ist der Nachstar ein Zeichen, dass die Katarakt-OP nicht gut gelaufen ist?

Nein. Der Nachstar ist eine häufige biologische Reaktion auf die Operation und kein Hinweis auf einen Fehler. Er tritt bei einem erheblichen Teil der Patienten auf und ist schnell und komplikationslos behandelbar.

Kann ich nach dem YAG-Laser sofort sehen?

Ja, in den meisten Fällen verbessert sich das Sehen unmittelbar nach dem YAG-Eingriff. Eine Eingewöhnungsphase ist nicht erforderlich. Vereinzelt berichten Patienten von vorübergehenden Lichterscheinungen, die sich in wenigen Tagen legen.

Was kostet die Laserkorrektur nach Katarakt-OP?

Die Kosten für eine Laserkorrektur nach Katarakt-OP sind vergleichbar mit den Kosten einer regulären Laserkorrektur. Sie werden in der Regel als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) privat abgerechnet. Aktuelle Preise und eine individuelle Kostenauskunft erhalten Sie auf der Seite zu Augenlasern Kosten.

Muss ich nach der Laserkorrektur nach Katarakt-OP noch eine Brille tragen?

Das hängt vom Ausgangswert, der Wahl der Kunstlinse und dem Ergebnis der Laserkorrektur ab. Bei vollständiger Korrektur ist eine Brille für Fernsicht in vielen Fällen nicht mehr nötig. Eine Nahlesebrille kann je nach Linsenmodell dennoch erforderlich sein.

Fazit

Nach Kataraktoperation kannst du lasern lassen, wenn nötig. Nachs ist schnell behoben.

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