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Die Angst vor Erblindung ist die am häufigsten genannte Angst von Menschen, die sich einen Augenlaser-Eingriff überlegen. „Was, wenn etwas schief geht und ich danach nicht mehr sehen kann?“ – diese Frage ist verständlich und verdient eine ehrliche Antwort. Dieser Artikel trennt belegte Risiken von unbegründeten Befürchtungen – auf Basis der Empfehlungen der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), der American Academy of Ophthalmology (AAO) und der European Society of Cataract and Refractive Surgeons (ESCRS).
Ist Erblindung durch Augenlaser realistisch?
Die direkte Antwort: Vollständige Erblindung durch einen komplikationslos durchgeführten Augenlaser-Eingriff ist in der wissenschaftlichen Literatur nicht dokumentiert. Kein einziger Fall von dauerhafter Erblindung durch Laser-Fehlerkorrektur bei gesunden, vor untersuchten Augen wurde in peer-reviewten Fachzeitschriften beschrieben.
Das bedeutet nicht, dass das Verfahren vollkommen risikofrei ist. Es bedeutet, dass das spezifische Risiko der Erblindung außerordentlich gering ist – deutlich geringer als das Risiko durch das jahrelange Tragen von Kontaktlinsen.
Welche Komplikationen sind tatsächlich möglich?
Eine aufgeklärte Entscheidung benötigt keine Verharmlosung, sondern genaue Zahlen. Folgende Komplikationen sind bei Augenlaser-Eingriffen dokumentiert:
Trockene Augen (temporaer)
Die häufigste Nebenwirkung. Betrifft laut Studien je nach Methode 10 bis 40 Prozent der Patienten in den ersten Monaten. In den meisten Fällen klingt das Symptom nach 6 bis 12 Monaten ab. Bei SMILE ist die Rate signifikant niedriger als bei LASIK, da weniger Hornhautnerven durchtrennt werden.
Blendung und Halos (Lichthof-Phänomene)
In einem Teil der Fälle – insbesondere bei großen Pupillen oder hoher Kurzsichtigkeit – berichten Patienten über verstärkte Lichtreflexe nachts. Diese klingen in der Regel im ersten Jahr ab.
Unterkorrektur oder Überkorrektur
In etwa 1 bis 5 Prozent der Fälle entspricht das Ergebnis nicht dem Zielwert. In diesen Situationen ist eine Nachbehandlung möglich.
Infektionen (sehr selten)
Hornhaut Infektionen nach LASIK sind seltener als 1 in 1.000 Eingriffen. Sie werden mit Antibiotika-Augentropfen behandelt und hinterlassen bei frühzeitiger Therapie in der Regel keine dauerhaften Schäden.
Ektasie (sehr selten)
Eine Schwäche der Hornhaut Struktur kann in sehr seltenen Fällen nach LASIK auftreten, wenn zu wenig Hornhaut Gewebe verbleibt. Genau deshalb ist die Voruntersuchung der Hornhautdicke mit Topographie und Pachymetrie obligatorisch. Die DOG hat hierzu klare Leitlinien erlassen.
Vergleich: Augenlaser vs. Kontaktlinsen – wer hat das höhere Risiko?
Dieser Vergleich wird in der Fachliteratur häufig unterschätzt. Laut einer in der Fachzeitschrift „Ophthalmology“ veröffentlichten Analyse liegt das Risiko einer schweren Hornhautinfektion beim jährlichen Kontaktlinsen Tragen bei etwa 1 in 500. Das kumulierte Risiko über 10 Jahre Tragezeit liegt damit erheblich höher als das Eingriffs Risiken beim Augenlasern.
Dieser Befund bedeutet nicht, dass Kontaktlinsen gefährlich sind. Er setzt jedoch das Risiko des Augenlaserns in einen realistischen Kontext.
Warum erscheint das Risiko subjektiv größer als es ist?
Die Psychologie der Risikowahrnehmung erklärt, warum wir Eingriffe am Auge als besonders bedrohlich wahrnehmen. Das Auge gilt kulturell und evolutionär als besonders schutzwürdig. Gleichzeitig neigen Menschen dazu, seltene, aber dramatische Risiken zu überschätzen und häufige, banale Risiken zu unterschätzen. Das Lesen von Einzelfallberichten im Internet verstärkt diesen Effekt weiter.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist in ihren Empfehlungen zur Gesundheitskommunikation darauf hin, dass absolute Zahlen (z. B. 1 von 10.000) weniger Angst auslösen als relative Aussagen (z. B. „kleines Risiko“) und gleichzeitig informativer sind.
Was Sie vor dem Eingriff tun sollten
- Vollständige Voruntersuchung inklusive Hornhauttopographie wahrnehmen
- Ausführliches Aufklärungsgespräch mit dem Operateur führen
- Konkret nach den Komplikationsraten der Klinik fragen
- Fachlich veröffentlichte Informationsquellen nutzen (DOG, AAO, ESCRS)
- Bei starker Angst: psychologische Kaufvorbereitung erwägen
Auf der Seite Augenlasern in Köln erhalten Sie Informationen zu Untersuchung und Beratung vor dem Eingriff.
Häufige Fragen zur Erblindung Angst
Kann der Laser das falsche Auge treffen?
Nein. Moderne Lasergeraete besitzen mehrfach redundante Sicherheitssysteme. Die Behandlung ist auf das jeweilige Auge vorkonfiguriert und kann nicht auf das andere Auge angewendet werden.
Was, wenn der Strom ausfällt?
Professionelle Operationssäle sind mit unterbrechungsfreier Stromversorgung (USV) ausgestattet. Ein Stromausfall würde den Laser in einer sicheren Position stoppen, nicht unkontrolliert weiterlaufen lassen.
Kann ich nach dem Eingriff ganz blind sein?
Dauerhafte vollständige Blindheit durch regelgerecht durchgeführtes Augenlasern ist medizinisch nicht dokumentiert. Die Angst ist verständlich – aber sie wird durch keine belegten Fälle gesetzt.


