Was passiert, wenn ich mich beim Augenlasern bewege?

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Diese Frage stellt fast jeder Angstpatient, bevor er sich zum Augenlasern entschliesst. Die Vorstellung, sich zu bewegen, während ein Laser auf das Auge trifft, löst Unbehagen aus. Die Antwort der modernen Ophthalmochirurgie ist beruhigend und technisch präzise: Moderne Lasergeräte sind auf genau diese Situation ausgelegt.

Wie Eye-Tracking-Systeme funktionieren

Aktive Eye-Tracking-Systeme erfassen die Position der Pupille in Echtzeit. Der SCHWIND AMARIS 1050RS, einer der fortschrittlichsten Laser in der refraktiven Chirurgie, misst die Augenposition 1.050 Mal pro Sekunde. Das entspricht einer Messung alle 0,95 Millisekunden.

Jede erfasste Abweichung der Pupillen Position vom Zielpunkt wird in Echtzeit an den Laserstrahl weitergegeben. Der Laser folgt dem Auge, er wartet nicht darauf, dass das Auge stillhält. Kleine, unwillkürliche Augenbewegungen, sogenannte Mikrosakkaden, die jeder Mensch in jeder Sekunde ausführt, werden vollständig kompensiert.

Was passiert bei größeren Bewegungen?

Wenn das Auge eine Bewegung ausführt, die den vordefinierten Toleranzbereich überschreitet, stoppt der Laser automatisch und sofort. Es gibt keine Verzögerung, keine manuelle Entscheidung des Arztes, der Laser unterbricht sich selbst in Millisekunden.

Eine solche Unterbrechung schadet dem Ergebnis nicht. Der Eingriff kann nahtlos fortgesetzt werden, sobald das Auge wieder stabil ist. Es gibt keine zusätzlichen Risiken durch eine automatische Unterbrechung.

Welche Bewegungen sind kein Problem?

  • Normales Zittern: Jeder Mensch zittert leicht. Mikrotremor und physiologische Augenbewegungen liegen innerhalb des Kompensationsbereichs.
  • Leichtes Schwanken: Das Tracking-System verfolgt das Auge kontinuierlich und passt den Laser an.
  • Unwillkürliche Sakkaden: Diese normalen reflexartigen Augenbewegungen werden kompensiert.

Was passiert bei einer starken, plötzlichen Bewegung?

Selbst wenn ein Patient in einer Stresssituation den Kopf dreht oder das Auge stark wegbewegt, stoppt der Laser. Es kommt nicht zu einem ungesteuerten Laserpuls auf das Gewebe. Die Sicherheitssysteme moderner Geräte sind hierarchisch aufgebaut: Tracking, automatischer Stopp und manuelle Kontrolle des Arztes sind parallele Schichten.

Die Rolle des Lidhalters

Ein Lidhalter fixiert die Augenlider sanft, sodass ein unwillkürliches Blinzeln während des Eingriffs verhindert wird. Das Instrument wird vor dem Eingriff eingesetzt und verursacht kein Schmerzgefühl, da die Hornhaut vollständig betäubt ist. Es erzeugt ein leichtes Druckgefühl und kein Unbehagen.

Muss ich also wirklich stillhalten?

Sie sollten auf das Fixierlicht schauen und sich bemühen, ruhig zu liegen. Aber Sie müssen keine perfekte Unbeweglichkeit erreichen. Die Technologie ist darauf ausgelegt, mit den normalen Bewegungen eines wachen, möglicherweise nervösen Menschen zu arbeiten. Perfekte Kooperation ist erwünscht, aber technisch nicht zwingend erforderlich.

Über den Autor

Dr. med. Harun Akgul

Autor

Dr. med. Harun Akgul

Augenlaserchirurgie · Solingen & Köln

Dr. med. Harun Akgül ist Facharzt für Augenheilkunde und Experte für Makula-, Netzhaut- und Tumorerkrankungen sowie refraktive Chirurgie. Sein Medizinstudium absolvierte er mit Auszeichnung an der Universität Heidelberg, ergänzt durch eine Weiterbildung an der Harvard Medical School. Die fachärztliche Ausbildung sowie seine oberärztliche Tätigkeit führte er an der Universitätsaugenklinik Essen unter der Leitung von Prof. Dr. Bornfeld und Prof. Dr. Steuhl durch. Für seine Verdienste in der ophthalmologischen Chirurgie wurde er 2010 mit dem Dr.-Georg-Preis ausgezeichnet. Seit 2010 ist Dr. Akgül in Köln niedergelassen, seit 2015 zusätzlich in Solingen.

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