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Plötzlich flimmert das Sehen. Zackige Leuchtmuster, blinde Flecken oder verschwommene Bereiche im Blickfeld. Manchmal folgt ein Kopfschmerz, manchmal nicht. Was viele erleben, hat einen Namen: Augenmigräne. Was dahintersteckt, warum es passiert und wann es ernst wird, erklärt dieser Beitrag.
Was ist Augenmigräne?
Augenmigräne ist kein eigenständiger medizinischer Begriff, sondern ein Sammelbegriff für visuelle Phänomene im Zusammenhang mit Migräne. Medizinisch unterscheidet man:
Migräne mit Aura:Vor oder während des Kopfschmerzes treten neurologische Symptome auf. Die Aura betrifft meistens das Sehen. Typisch sind flimmernde Zickzacklinien (Flimmerskotom), die sich langsam vom Zentrum nach außen bewegen.
Retinale Migräne:Seltener und einseitig. Ein Auge ist vorübergehend von Sehverlust oder Flimmern betroffen. Die Ursache liegt in einer vorübergehenden Mangeldurchblutung der Netzhaut.
Okkuläre Migräne ohne Kopfschmerz:Nur die visuellen Phänomene treten auf, ohne dass ein Kopfschmerz folgt. Viele Betroffene kennen das: Sehstörungen für 20 bis 30 Minuten, danach nichts.
Symptome der Augenmigräne
Migräne Augenflimmern
Augenflimmern ist das häufigste Symptom. Es zeigt sich als:
Flimmernde, leuchtende oder zackige Linien (Fortifikationsspektren)
Lichtblitze oder Lichtbögen
Flimmernde Punkte oder Wellen
Das Flimmern ist in der Regel beidseitig (bei klassischer Migräne-Aura), da es durch Gehirnaktivität entsteht, nicht im Auge selbst.
Sehstörungen bei Migräne
Weitere Sehstörungen, die mit Migräne auftreten können:
Blinde Flecken (Skotome)
Unschärfen in bestimmten Gesichtsfeldabschnitten
Farbverzerrungen
Tunnelblick in seltenen Fällen
Migräne Augenschmerzen
Augenschmerzen bei Migräne entstehen meist durch die begleitende Kopfschmerzphase. Das Auge selbst schmerzt nicht primär, aber Patienten empfinden den Schmerz häufig hinter oder um die Augen herum. Lichtempfindlichkeit (Photophobie) verstärkt das Unbehagen.
Augenmigräne Auslöser
Augenmigräne hat dieselben Auslöser wie klassische Migräne. Im Überblick:
- Stress und Entspannung nach Stress
(typisch: Wochenendmigräne)
- Schlafmangel oder Schlafüberschuss
- Hormonelle Veränderungen:
besonders bei Frauen, in Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus oder der Einnahme der Antibabypille
- Bestimmte Lebensmittel:
Rotwein, Schokolade, gereifter Käse, Glutamat, Koffein (bei Entzug)
- Flackerndes Licht:
Bildschirme, Stroboskopeffekte, grelles Sonnenlicht
- Wetterveränderungen
- Dehydration und Mahlzeitenauslassung
- Intensive körperliche Belastung
Führt man ein Kopfschmerztagebuch, lassen sich persönliche Auslöser oft gut identifizieren. Das ermöglicht, gezielte Trigger zu vermeiden.
Was tun bei Augenmigräne?
Während des Anfalls
Ruhige, abgedunkelte Umgebung aufsuchen
Bildschirme ausschalten oder Abstand vergrößern
Kühlende Kompresse auf Stirn oder Nacken
Ausreichend Wasser trinken
Bei begleitendem Kopfschmerz: NSAR (Ibuprofen, Aspirin) oder Triptane nach ärztlicher Empfehlung
Das Sehphänomen der Aura dauert typischerweise 20 bis 30 Minuten und klingt von selbst ab. Eingreifen kann man nicht.
Langfristige Strategien
Regelmäßiger Schlaf, Ausdauersport, Stressmanagement und das Meiden persönlicher Trigger reduzieren die Anfallshäufigkeit deutlich. Bei mehr als drei bis vier Anfällen pro Monat ist eine medikamentöse Prophylaxe sinnvoll.
Für die Prophylaxe stehen verschiedene Substanzen zur Verfügung: Betablocker (Metoprolol, Propranolol), Antiepileptika (Topiramat, Valproat), Antidepressiva (Amitriptylin) sowie neuere Medikamente aus der CGRP-Klasse (Erenumab, Fremanezumab). Diese werden vom Neurologen verordnet.
Augenmigräne und Augenlasern
Wer unter Augenmigräne leidet und gleichzeitig über eine Laserkorrektur nachdenkt, fragt sich, ob das in Zusammenhang steht. Direkt kausal ist die Verbindung nicht. Augenmigräne betrifft die neurologische Verarbeitung, nicht die Hornhaut. Eine Laserkorrektur verändert die Brechkraft der Hornhaut, nicht die Gehirnfunktion.
Einzelne Patienten berichten nach Augenlasern von einer vorübergehend erhöhten Lichtempfindlichkeit, die Anfälle begünstigen kann. Das bessert sich meist nach wenigen Wochen. Bei bekannter Augenmigräne sollte diese im Voruntersuchungsgespräch vor dem Lasern besprochen werden.
Informationen zum Ablauf einer Laserkorrektur finden sich unter Augenlasern: Ablauf.
Wann sollte man mit Augenmigräne zum Arzt?
Augenmigräne ist in der Regel harmlos. Es gibt aber Situationen, in denen sofortige ärztliche Abklärung notwendig ist:
- Erstmaliges Auftreten:
Besonders nach dem 50. Lebensjahr sollten neue Sehstörungen immer abgeklärt werden. Ein Schlaganfall oder ein TIA (transitorische ischämische Attacke) kann ähnliche Symptome verursachen.
- Einseitiger, dauerhafter Sehverlust
- Sehstörungen mit Sprach- oder Bewegungsproblemen, Taubheit oder Verwirrung:
Das sind Warnsignale für einen neurologischen Notfall.
- Sehstörungen, die länger als 60 Minuten anhalten
Im Zweifelsfall gilt: lieber einmal zu viel prüfen.
Häufige Fragen zur Augenmigräne (FAQ)
Was ist Augenmigräne?Augenmigräne bezeichnet visuelle Symptome, die im Zusammenhang mit Migräne auftreten, insbesondere Augenflimmern, Lichtblitze und Sehstörungen. Sie entstehen durch neurologische Prozesse im Gehirn, nicht im Auge selbst.
Wie lange dauert Augenmigräne?Die Aura bei Migräne dauert typischerweise 20 bis 30 Minuten. Danach klingt das Flimmern ab. Der eventuell folgende Kopfschmerz kann Stunden andauern.
Was tun bei Augenmigräne ohne Kopfschmerz?Ruhige Umgebung, Bildschirm ausschalten, ausreichend trinken. Das Sehphänomen klingt ohne Behandlung ab. Bei häufigen Episoden ist eine neurologische Abklärung empfehlenswert.
Was sind typische Auslöser von Augenmigräne?Stress, Schlafmangel, Hormonschwankungen, bestimmte Lebensmittel und Lichtreize sind häufige Auslöser. Ein Kopfschmerztagebuch hilft, persönliche Trigger zu identifizieren.
Kann Augenmigräne dauerhaft werden?Augenmigräne selbst schädigt das Auge nicht dauerhaft. Bei häufigen Attacken sollte aber eine Prophylaxe besprochen werden, um die Lebensqualität zu verbessern.


