Augenlasern Schmerzen: Tut es weh?

Inhaltsverzeichnis

Die Frage, ob das Augenlasern wehtut, ist eine der häufigsten vor dem Erstgespräch. Die kurze Antwort: Der Eingriff selbst ist schmerzlos. Was Patienten erleben, sind Druckempfindungen, ein kurzes Wärmegefühl und Geräusche – aber keinen Schmerz im eigentlichen Sinne. Nach dem Eingriff variieren die Empfindungen je nach gewählter Methode, klingen aber in der Regel innerhalb weniger Stunden bis Tage ab.

Warum ist das Augenlasern schmerzlos?

Vor dem Eingriff werden anästhesierende Augentropfen eingetropft. Diese lokale Betäubung blockiert die Schmerzrezeptoren der Hornhautoberfläche zuverlässig innerhalb weniger Minuten. Eine Injektion oder Vollnarkose ist nicht notwendig. Die Betäubungswirkung hält während des gesamten Eingriffs an und lässt danach schrittweise nach – was dann je nach Methode zu unterschiedlichen Nachempfindungen führt.

Was spürt man während des Eingriffs?

Trotz vollständiger Schmerzfreiheit sind Empfindungen während des Eingriffs vorhanden. Diese sind methodenabhängig, folgen aber einem ähnlichen Muster:

  • Druck: Beim Anlegen des Saugrings am Auge – notwendig für die Fixierung – entsteht ein deutlicher, kurzer Druckimpuls. Er dauert wenige Sekunden und ist das intensivste Gefühl des gesamten Eingriffs
  • Visuelles Flackern oder Abdunkeln: Wenn der Druck die Blutgefäße kurz komprimiert, kann das Sichtfeld vorübergehend dunkel werden – für wenige Sekunden
  • Verbrennungsgeruch: Der Excimer-Laser löst eine geringe Menge Hornhautgewebe auf. Der dabei entstehende leichte Geruch ist normal und kein Zeichen für eine Schädigung
  • Geräusche: Ein rhythmisches Klicken oder Summen des Lasers ist hörbar – aber harmlos
  • Wärmegefühl: Bei der Laserbehandlung selbst berichten manche Patienten von einem leichten Wärmegefühl, das aber nicht als Brennen empfunden wird

Der gesamte Eingriff dauert pro Auge nur wenige Minuten. Mehr zum Ablauf erklärt die Seite Augenlasern Ablauf.

Was spürt man nach dem Eingriff – je nach Methode?

Nach Femto-LASIK

Die Femto-LASIK gilt als die methode mit der kürzesten und mildesten Nachsorgephase. Direkt nach dem Eingriff kann ein leichtes Kratzen oder Fremdkörpergefühl auftreten – als ob ein Sandkorn im Auge wäre. Diese Empfindungen sind in den meisten Fällen nach wenigen Stunden deutlich abgeklungen. Augentropfen und eine kurze Ruhephase – idealerweise Schlafen – helfen, die Heilungsphase angenehmer zu gestalten. Mehr zur Methode auf der Femto-LASIK-Seite von Aumedica.

Nach Trans-PRK (SmartSurface)

Bei der Trans-PRK (SmartSurface) wird die Hornhautoberfläche direkt behandelt, ohne vorher einen Flap zu erzeugen. Da die äußerste Hornhautschicht (Epithel) ebenfalls von der Behandlung betroffen ist, dauert die Heilungsphase länger als bei LASIK. Die ersten zwei bis fünf Tage nach dem Eingriff können stärkere Empfindungen auftreten: lichtempfindliche Augen, ein Kratzen, das sich intensiver anfühlt als nach LASIK, und gelegentlich ein dumpfes Druckgefühl. Schmerzmittel wie Ibuprofen oder spezielle Augentropfen lindern diese Phase. Ein temporärer Schutzverband (weiche Kontaktlinse) auf der Hornhaut verkürzt die akute Beschwerdezeit. Mehr zur Trans-PRK (SmartSurface) bei Aumedica.

Nach SMILE

SMILE ist hinsichtlich der postoperativen Empfindlichkeit mit LASIK vergleichbar, da die Hornhautoberfläche weitgehend intakt bleibt. Viele Patienten berichten von einem milden Fremdkörpergefühl in den ersten Stunden, das sich schnell bessert.

Wann sind Beschwerden nach dem Augenlasern normal?

Leichte bis moderate Beschwerden in den ersten Stunden nach dem Eingriff sind ein normaler Teil des Heilungsprozesses. Folgende Empfindungen sind erwartet und kein Alarmzeichen:

  • Kratzen, Sandkorngefühl oder Fremdkörpergefühl direkt nach dem Eingriff
  • Lichtempfindlichkeit in den ersten 24 bis 48 Stunden
  • Leicht verschwommene Sicht oder Halos um Lichtquellen in den ersten Tagen
  • Tränenfluss oder leichtes Brennen in den ersten Stunden
  • Bei Trans-PRK: stärkere Beschwerden in den ersten drei bis fünf Tagen, die sich dann deutlich bessern

Mehr zu normalem Sehschwankungen in der Heilungsphase erklärt die Seite zum Heilungsverlauf nach dem Augenlasern.

Wann sollte man sofort einen Arzt aufsuchen?

Bestimmte Symptome nach dem Eingriff sollten nicht abgewartet werden:

  • Starke, anhaltende Schmerzen, die sich trotz Tropfen und Ruhe nicht bessern
  • Plötzliche erhebliche Sehverschlechterung nach einer anfänglichen Verbesserung
  • Rötung, Ausfluss oder Anzeichen einer Infektion
  • Das Gefühl, dass der Flap sich verschoben hat (Einschränkung vor allem bei LASIK in den ersten Tagen)

Aumedica ist während der gesamten Nachsorgezeit erreichbar und begleitet alle Patienten durch die Heilungsphase.

Wie wird die Lichtempfindlichkeit behandelt?

Lichtempfindlichkeit ist eine der häufigsten Begleiterscheinungen nach dem Augenlasern. In den ersten Tagen hilft eine Sonnenbrille mit UV-Schutz – auch in Innenräumen bei hellem Kunstlicht. Die Empfindlichkeit nimmt im Verlauf der ersten Woche deutlich ab. Nach Trans-PRK kann sie etwas länger anhalten. UV-Schutz ist in den ersten Wochen auch deshalb wichtig, weil die heilende Hornhautoberfläche auf UV-Strahlung empfindlicher reagiert als normale Hornhaut.

FAQ: Augenlasern und Schmerzen

Kann ich während des Eingriffs blinzeln?

Nein – das ist konstruktiv unmöglich. Ein spezielles Lidspekulum hält das Auge während des Eingriffs offen. Es erzeugt kein Druckgefühl und verhindert sicher, dass das Blinzeln den Eingriff beeinflusst.

Was passiert, wenn ich mich bewege?

Moderne Lasersysteme verfügen über hochpräzise Eyetracking-Systeme, die Augenbewegungen in Echtzeit ausgleichen. Eine kleine Augenbewegung unterbricht den Laser automatisch – die Sicherheit des Eingriffs ist dadurch nicht gefährdet.

Kann ich nach dem Eingriff Auto fahren?

Nein, nicht am selben Tag. Das Sehen ist direkt nach dem Eingriff vorübergehend eingeschränkt. Eine Begleitperson für die Heimfahrt ist erforderlich. Mehr dazu auf der Seite Wie lange kein Auto fahren nach dem Augenlasern.

Sind Schmerzmittel nach dem Eingriff notwendig?

Nach LASIK und SMILE selten. Nach Trans-PRK können handelsübliche Schmerzmittel wie Ibuprofen in den ersten zwei bis drei Tagen hilfreich sein. Die Klinik gibt bei der Entlassung genaue Anweisungen zur Tropfentherapie und Schmerzmitteleinnahme.

Wie lange dauert das Fremdkörpergefühl nach dem Eingriff?

Nach LASIK und SMILE: meistens wenige Stunden bis zu einem Tag. Nach Trans-PRK: bis zu einer Woche, wobei die Intensität nach drei bis vier Tagen deutlich abnimmt.

Fazit

Augenlasern ist schmerzlos. Viele Menschen sind überrascht, wie entspannt es ist.

Über den Autor

Dr. med. Kadir Kocadag

Autor & Facharzt

Dr. med. Kadir Kocadag

Facharzt für Augenheilkunde · Augenlaserchirurgie · Solingen & Köln

Dr. med. K. Kocadag ist Facharzt für Augenheilkunde und Experte für moderne Augenlaserchirurgie. Sein Medizinstudium absolvierte er an der Universität Duisburg-Essen, die fachärztliche Ausbildung an der Universitätsaugenklinik Essen. Seine Schwerpunkte liegen in der Behandlung von Makula- und Netzhauterkrankungen sowie in der refraktiven Chirurgie.

Seit 2015 ist Dr. Kocadag in Solingen und Köln niedergelassen und zudem als Konsiliararzt im Städtischen Klinikum Solingen tätig.

Alle Artikel ansehen

Wir sind für dich da

Buch dir jetzt dein unverbindliches Beratungsgespräch