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Eine Hornhautverkrümmung, auch Astigmatismus genannt, ist einer der häufigsten Sehfehler in Deutschland. Etwa 30 Prozent der Menschen haben einen leichten bis mittelschweren Astigmatismus. Viele Patienten fragen sich: Kann ich meine Hornhautverkrümmung durch Augenlasern korrigieren? Die gute Nachricht: In den meisten Fällen lautet die Antwort Ja. Dieser Artikel erklärt, welche Grenzen es gibt, welche Methoden sich eignen und welche Erfolgsraten Sie erwarten können.


Was ist eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)?
Hornhautverkrümmung entsteht, wenn die Hornhaut nicht symmetrisch gekrümmt ist. Statt gleichmäßig wie eine Kugel geformt zu sein, ähnelt eine verformte Hornhaut eher einem American-Football-Ball. Das führt dazu, dass Lichtstrahlen nicht an einem Punkt auf der Netzhaut fokussiert werden, sondern auf mehrere Punkte verteilt sind.
Das Ergebnis: Scharfsehen ist in alle Richtungen erschwert. Betroffene sehen verschwommene oder verzerrte Bilder, sowohl in der Nähe als auch in der Ferne. Der Grad der Beeinträchtigung hängt davon ab, wie stark die Hornhautverkrümmung ausgeprägt ist.
Regulärer vs. irregulärer Astigmatismus
Es gibt zwei Formen von Astigmatismus, und diese Unterscheidung ist für das Augenlasern entscheidend.
Regulärer Astigmatismus
Beim regulären Astigmatismus sind die Krümmungsunterschiede gleichmäßig über die Hornhaut verteilt. Meridiane (die Hauptachsen der Hornhaut) sind klar definiert. Etwa 90 Prozent aller Astigmatismus-Fälle sind regulär. Der reguläre Astigmatismus lässt sich sehr gut mit modernen Laser-Technologien korrigieren.
Irregulärer Astigmatismus
Bei dieser Form sind die Krümmungsunterschiede ungleichmäßig verteilt. Mögliche Ursachen sind Narben nach Verletzungen, Keratokonus oder andere Hornhauterkrankungen. Beim irregulärem Astigmatismus können Standard-Laserverfahren nicht ausreichend präzise korrigieren. In manchen Fällen ist Augenlasern gar nicht möglich.
Wie entsteht Hornhautverkrümmung?
Die Ursachen sind vielfältig:
- Vererbung: Hornhautverkrümmung wird häufig vererbt. Wenn Eltern oder Großeltern Astigmatismus haben, ist die Wahrscheinlichkeit erhöht.
- Angeborene Formvariante: Manche Menschen sind einfach mit dieser Hornhautform geboren, ohne dass ein bestimmter genetischer Grund erkennbar ist.
- Mechanische Einflussfaktoren: Häufiges, intensives Augenreiben kann zu Hornhautverkrümmung oder Keratokonus führen.
- Verletzungen und Narben: Augenverletzungen können dauerhafte Veränderungen der Hornhautform verursachen.
- Hornhauterkrankungen: Keratokonus und andere degenerative Erkrankungen führen zu irregulären Formen.
Welche Sehprobleme verursacht Astigmatismus?
Patienten mit unkorrigiertem Astigmatismus berichten von:
- Verschwommenes oder verzerrtes Sehen in alle Entfernungen
- Überanstrengung der Augen und schnellere Ermüdung
- Kopfschmerzen, besonders nach längerer Bildschirmarbeit
- Schwierigkeiten beim Lesen und beim Erkennen feiner Details
- Probleme beim Fahren, besonders nachts durch Blendung und Halos
Diese Symptome beeinflussen die Lebensqualität erheblich. Gerade Menschen mit mittlerem bis hohem Astigmatismus kommen mit Brille oder Kontaktlinsen oft nicht zurecht und suchen nach langfristigen Lösungen.
Ist Augenlasern bei Hornhautverkrümmung möglich?


Ja, Augenlasern ist bei regulärem Astigmatismus bis zu etwa 5 bis 6 Dioptrien möglich. Die meisten modernen Laser-Systeme sind speziell dafür ausgelegt, diese Fehlsichtigkeit zu korrigieren.
Es gelten aber einige Grenzen:
- Stärke: Astigmatismus über 6 Dioptrien ist mit Standard-Laserverfahren schwerer zu korrigieren. In solchen Fällen kann ein Linsenimplantat (ICL) die bessere Option sein.
- Kombination: Viele Patienten haben eine Kombination aus Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Astigmatismus. Je höher die Gesamtrefraktion, desto wichtiger ist eine umfassende Voruntersuchung.
- Hornhautdicke: Für das Lasern wird Hornhautgewebe abgetragen. Die Restdicke muss nach dem Eingriff mindestens 250 bis 300 Mikrometer betragen. Sehr dünne Hornhäute können eine Kontraindikation sein.
- Irregularität: Irregulärer Astigmatismus (z.B. durch Keratokonus) ist oft nicht laserbar.
Welche Methoden eignen sich für Astigmatismus?
Verschiedene Laser-Verfahren können Astigmatismus korrigieren. Welches ist das beste für Sie?
Femto-LASIK
Die Femto-LASIK ist eine der bewährtesten Methoden für Astigmatismus. Mit dem Femtosekundenlaser wird eine hauchdünne Hornhautlamelle (Flap) erzeugt und hochgeklappt. Danach wird mit dem Excimer-Laser präzise Gewebe abgetragen, um die Hornhautkrümmung auszugleichen. Die Femto-LASIK bietet hohe Präzision und schnelle Heilung. Erfolgsrate bei regulärem Astigmatismus: über 95 Prozent Patienten erreichen die angestrebte Sehschärfe.
SMILE (Small Incision Lenticule Extraction)
SMILE ist eine neuere, minimal-invasive Methode. Ein Femtosekundenlaser erzeugt eine linsenförmige Gewebsform (Lentikel) innerhalb der Hornhaut und entfernt sie durch einen kleinen Schnitt. SMILE eignet sich besonders für Astigmatismus bis etwa 4 Dioptrien. Vorteil: Die Hornhautoberfläche bleibt intakter, was zu weniger Trockenheit führt. Heilung ist etwas schneller.
Trans-PRK und SmartSURF
Bei Trans-PRK wird die Hornhautoberfläche schmerzfrei abgetragen und gleichzeitig korrigiert. SmartSURF ist eine spezielle No-Touch-Variante, die besonders präzise arbeitet. Diese Methode eignet sich auch für Patienten mit dünner Hornhaut oder bei hohem Astigmatismus. Die Heilung dauert länger (7 bis 10 Tage für scharfes Sehen), aber die langfristigen Ergebnisse sind ausgezeichnet.
Mehr über SmartSURF und Trans-PRK
PRK/LASEK
Klassische PRK/LASEK-Verfahren sind ebenfalls wirksam bei Astigmatismus. Sie funktionieren ähnlich wie Trans-PRK, sind aber etwas weniger präzise. Heute werden diese Verfahren seltener angewandt, weil Trans-PRK und SmartSURF bessere Ergebnisse mit kürzerer Heilungszeit bieten.
Grenzen: Irregulärer Astigmatismus und Keratokonus
Nicht alle Formen von Hornhautverkrümmung können gelasert werden. Die wichtigste Ausschlusssituation ist der irreguläre Astigmatismus, besonders wenn Keratokonus vorliegt.
Keratokonus ist eine fortschreitende Erkrankung, bei der die Hornhaut spitz zuläuft. Der resultierende irreguläre Astigmatismus ist mit Standard-Laserverfahren nicht zu korrigieren. Augenlasern würde hier sogar Schaden anrichten, indem es die Hornhaut weiter schwächt. Bei Keratokonus ist ein Linsenimplantat oder eine Hornhauttransplantation die richtige Wahl.
Keratokonus-Ausschlussdiagnostik: Pentacam und Topographie
Bevor ein Augenlaser-Eingriff durchgeführt wird, müssen Ärzte sicherstellen, dass kein Keratokonus oder andere progressive Hornhauterkrankungen vorliegen. Dafür werden zwei zentrale Untersuchungen eingesetzt:
Pentacam-Untersuchung
Die Pentacam ist ein hochmodernes Messinstrument, das die Hornhaut in alle Richtungen vermisst. Sie erzeugt eine 3D-Abbildung und berechnet detaillierte Parameter wie die Hornhautdicke an jedem Punkt. Mit Pentacam lassen sich auch frühe Keratokonus-Stadien erkennen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Die Pentacam ist heute der Goldstandard in der Vor-Diagnostik.
Topographie
Die Hornhauttopographie zeigt die Hornhautkrümmung als Farbkarte. Ein normales Muster ähnelt einem Regenbogen mit gleichmäßigen Ringen. Bei Keratokonus oder irregulär verteiltem Astigmatismus zeigen sich charakteristische Abnormitäten: Zonen erhöhter Krümmung (rote Areale), unregelmäßige Muster und Asymmetrien. Topographie und Pachymetrie (Hornhautdicke-Messung) zusammen bilden eine zuverlässige Ausschlussdiagnostik.
Toric-ICL als Alternative bei hohem Astigmatismus
Wenn der Astigmatismus zu hoch ist oder das Lasern aus anderen Gründen nicht infrage kommt, ist ein Toric-Linsenimplantat (Toric-ICL) oft die beste Alternative.
Die Toric-ICL ist eine spezielle, für Astigmatismus kalibrierte intraokuläre Kontaktlinse, die dauerhaft vor der körpereigenen Linse implantiert wird. Sie korrigiert Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit zusammen mit Astigmatismus. Die Toric-ICL ist rückgängig machbar, kann also jederzeit wieder entfernt werden. Sie bietet hohe Präzision und gute Sehqualität.
Erfolgsrate bei Astigmatismus-Korrektur
Moderne Laser-Verfahren erzielen bei regulärem Astigmatismus sehr hohe Erfolgsraten. Laut Daten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft erreichen etwa 95 bis 98 Prozent der Patienten nach Femto-LASIK oder SMILE eine Sehschärfe von mindestens 0,8 oder besser. Etwa 75 bis 85 Prozent erreichen sogar die volle angestrebte Schärfe.
Diese hohen Raten gelten für regulären Astigmatismus bis etwa 4 Dioptrien. Bei höherem Astigmatismus (5-6 Dioptrien) sind die Raten leicht niedriger, aber immer noch über 90 Prozent bei sorgfältiger Auswahl.
Vergleichstabelle: Methoden und Astigmatismus
Methode | Astigmatismus-Bereich | Eignung | Heilungszeit |
Femto-LASIK | bis 6 Dioptrien | Sehr gut | 2-5 Tage |
SMILE | bis 4 Dioptrien | Sehr gut | 1-3 Tage |
Trans-PRK / SmartSURF | bis 5-6 Dioptrien | Sehr gut | 7-10 Tage |
PRK/LASEK | bis 5-6 Dioptrien | Gut | 7-10 Tage |
Toric-ICL | über 6 Dioptrien | Sehr gut | 1-2 Wochen |
Was passiert, wenn Astigmatismus nach der OP nicht vollständig korrigiert ist?
Es kommt vor, dass nach der OP noch ein Rest-Astigmatismus bestehen bleibt, meist ein bis zwei Dioptrien. Das ist normal und führt oft nicht zu merkbaren Seheinschränkungen. Allerdings können auch kleine Rest-Fehler in seltenen Fällen Symptome verursachen.
Glücklicherweise ist eine Nachbesserung möglich: Nach mindestens drei Monaten Heilungszeit kann eine Nachkorrektur durchgeführt werden. Der Laser wird erneut angesetzt, um die verbleibenden Fehler auszugleichen. Die Erfolgsrate bei Nachkorrektionen ist ebenfalls sehr hoch.
Nachkorrektur möglich?
Ja. Die meisten Patienten mit Rest-Refraktionsfehlern nach dem ersten Eingriff sind gute Kandidaten für eine Nachkorrektur. Allerdings wird die verfügbare Hornhautdicke neu bewertet. Ist zu wenig Hornhaut verblieben, kann eine Nachkorrektur nicht durchgeführt werden. Deshalb ist die Planung des ersten Eingriffs mit sicheren Sicherheitsmargen so wichtig.
Praktische Schritte bei aumedica
Wenn Sie mit Astigmatismus zum ersten Mal das Thema Augenlasern erkunden, läuft der Prozess bei aumedica so ab:
- Kostenlose Infokonsultation: Sie sprechen mit einem erfahrenen Berater über Ihre Ziele und Bedenken.
- Umfassende Vor-Diagnostik: Mit Pentacam, Topographie und anderen Tests wird die Eignung präzise geprüft.
- Individuelle Planung: Basierend auf Ihren Werten und Zielen wird die beste Methode ausgewählt.
- Der Eingriff: Je nach Wahl zwischen LASIK, SMILE oder Trans-PRK folgt die Operation.
- Enge Nachsorge: Regelmäßige Kontrollen stellen sicher, dass die Heilung perfekt verläuft.
Fazit
Hornhautverkrümmung ist kein Grund, auf ein Leben ohne Brille oder Kontaktlinsen zu verzichten. Moderne Laser-Verfahren korrigieren Astigmatismus sehr zuverlässig. Mit sorgfältiger Diagnostik, der richtigen Methode und erfahrenen Augenärzten erhalten Sie nicht nur schärfere Sicht, sondern auch mehr Lebensqualität.
Das Wichtigste ist eine fundierte Vor-Untersuchung. Ein modernes Augenzentrum wie aumedica nutzt Pentacam-Technologie und erfahrene Ärzte, um die beste Lösung speziell für Ihren Astigmatismus zu finden.


